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Kometenhaft 16
Datum: 11.07.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
Freitag 8. Juli Vom höchsten Hoch zum tiefsten Tief. Das beschreibt momentan wahrscheinlich am besten mein Leben. Das beste Beispiel hierfür war heute schon der Morgen: ich wurde sehr langsam und zärtlich geweckt durch irgendetwas, das in meiner unteren Region vor sich ging. Die ersten Gedanken, die sich mir langsam ins Bewusstsein drängten, waren "warm" und "feucht", etwas, das ich in letzter Zeit öfters spürte. Dann bemerkte ich, dass neben mir niemand mehr lag. Vanessa? Wo bist du? Ein Blick über die Bettdecke nach unten machte es klar: sie beschäftigte sich intensiv mit meinem besten Stück. Mit genießerisch geschlossenen Augen saugte und massierte sie daran, und kaum hatte ich es gesehen, schoss ich auch schon meine Ladung in ihren Hals. "Verdammt," dachte ich "warum geht das so schnell?" - Dann ein Schrei, Vanessa richtete sich erschrocken auf, drückte sich gegen die Wand hinter ihr, zog die Bettdecke an sich und starrte in Richtung Bettkante. Da mir nun die Bettdecke nicht mehr die Sicht versperrte, bekam ich einen ähnlichen Schreck: Mareike kniete, wie immer nackt, vor meinem Bett auf meiner Hüfthöhe. Auf ihre Unterarme gestützt, blickte sie interessiert lächelnd Vanessa an. Vanessa bemerkte endlich, dass ich wach war, zeigte auf Mareike und fragte mich mit zittriger Stimme "Was macht die hier?" (mit Betonung auf 'die'). Scheiße, was antwortet man da? Noch während die Dinge in meinem Kopf Verbindung zueinander suchten, kam mir Mareike zuvor: "Ich wollte ...
... Frühstück." Frühstück? - Gutes Stichwort! "Mareike, bitte geh doch und mach uns schon mal Frühstück." bat ich sie und sah ihr nach, wie sie aus dem Zimmer tänzelte. Ich bereitete mich gedanklich auf den nächsten Krach vor, als ich Vanessas entsetzten Blick auf mir ruhen sah. Doch stattdessen stürzte sie sich auf mich und schluchzte: "Was ist hier bloß los? Werde ich wie sie?" Ich drückte ihren zarten, zitternden Körper an mich, als ob ich sie nie wieder loslassen würde und schlang die Bettdecke um uns. Dann stellte auch ich mir diese Frage. Was, wenn sie wie Mareike wird? Dann wäre meine Vanessa für immer weg. Nein, nicht einfach nur weg, sie würde nicht mehr existieren! Der Gedanke verursachte schon fast physische Schmerzen bei mir. Nein, das darf nicht sein. Ich versuchte, uns beide zu beruhigen, und tröstete sie: "Nein, du wirst immer meine Vanessa bleiben." - Ich hatte keine Ahnung, ob das stimmt. Beim Frühstück beruhigte sich die Lage etwas, auch wenn Vanessa Mareike weiterhin kritisch beäugte. Andrea und Frank taten jedenfalls ihr Bestes, so normal wie möglich zu wirken. Oder empfanden sie es schon als normal? Ich konnte es nicht mehr unterscheiden. Die Nachrichten im Radio verfolgten wir in absoluter Stille, nahmen jedoch fast regungslos hin, dass die Lage immer weiter eskaliert, weswegen die Regierung mehrere Notstandsgesetze beschließen will. Der Papst ist in der Nacht verstorben, angeblich an einem Herzinfarkt. In den Klöstern weltweit werden immer mehr ...