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Kometenhaft 16
Datum: 11.07.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... Mönche und Nonnen tot in ihren Kammern aufgefunden. Manche Klöster sind bereits komplett ausgestorben und einige Bewohner haben ihr Kloster verlassen, oder zumindest ihr Keuschheitsgelübde aufgegeben. Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie eine Nonne oder ein Mönch plötzlich versucht (legal) Sex mit einer, oder einem Außenstehenden zu haben. Ich meine, wie kann jemand, der total aus der Übung sein muss, und dann auch noch in so einer Kutte unterwegs ist, jemanden davon überzeugen, mit ihr oder ihm Sex zu haben? Aber es hat wohl schon funktioniert, woraufhin die jeweiligen Nonnen und Mönche umgehend exkommuniziert wurden. Auch wenn es wahrscheinlich einige nicht zugeben würden, für mich war klar: wenn die katholische Kirche das Zölibat nicht schleunigst aufgibt, dann wird sie an dieser Krise zu Grunde gehen. Zudem fallen manche Erkrankte andere Menschen an, und versuchen, diese zu vergewaltigen. Dabei soll es auch schon zu Toten gekommen sein, weil diese "Zombies" nicht gerade zimperlich vorgehen. Am Abend wollte der Kanzler dazu eine Rede zur Lage halten. Bis dahin beschlossen wir, unsere Leben so normal wie möglich weiter zu führen. Das bedeutete, dass wir alle erst mal zur Hochschule fahren wollten, um nachzusehen, ob es da neue Informationen gab. Ich wollte ins Labor, um dort etwas weiterzuarbeiten. Aus Sicherheitsgründen fuhren wir alle gemeinsam mit dem Bus zur Hochschule, und wollten erst dort getrennte Wege gehen. Im Bus konnte ich nur besorgt nach ...
... draußen sehen und dachte jedes Mal über die "Zombies" nach, wenn ich einen bleichen, dahinstolpernden Passanten sah. Waren sie denn nicht zu retten? Ich verabschiedete mich von Vanessa und machte mich auf ins Labor. Viel gearbeitet wurde da anscheinend nicht mehr. Die Studenten des Alten standen um einen Tisch herum und diskutierten lieber über die Situation, statt sich ihren Forschungen zu widmen. Als derzeit einziger Masterand unterbrach ich die Runde und schickte sie wieder an die Arbeit. Auch wenn ich bei den Meisten eh keine Ahnung hatte, was sie eigentlich taten. Auch ich stürzte mich auf meine Arbeit. Dann begann aber erst ein interessanter Abend: aus dem Bus wurde ich Zeuge eines Polizeieinsatzes. Die Polizisten hatten ihre liebe Mühe damit, einen katholischen Priester (!) von einer jungen Frau wegzuzerren, die mit zerrissenem Sommerkleid auf dem Boden saß und versuchte, sich mit den verbliebenen Fetzen noch irgendwie zu bedecken. Erst da wurde mir klar, dass dieses Ereignis noch üble Konsequenzen nach sich ziehen könnte. In der WG warteten schon alle vor unserem kleinen Fernseher auf die Rede des Kanzlers. Vanessa war auf dem Heimweg nur kurz in ihrer Bude gewesen, um ein paar Sachen zu packen. Sie wollte auf keinen Fall mehr alleine irgendwo sein. Wir hatten alle besorgte Gesichter und schwiegen uns gegenseitig an. Andrea und Frank kuschelten sich noch enger als sonst aneinander. Ich setzte mich zwischen Vanessa und Mareike (die sich zum Glück nicht ausgezogen ...