-
Puppenliebe
Datum: 30.07.2023, Kategorien: Sonstige,
... in der Farbe harmonierte, und fühlte mich gut, als Grace es mochte. Wenig später hatte ich ihre Haare hochgebunden und überprüfte es in einem anderen Spiegel. "Na ja, kann man mit leben!", erklärte Grace, wobei Begeisterung anders geklungen hätte. "Ich bin kein Friseur!", gab ich kurz und bündig zurück. Damit war für mich das Thema beendet. Alles in allem hatte mich diese ganze Sache Stunden gekostet, und auch wenn das Ergebnis ansehnlich war, war es eine enorme, zeitliche Belastung. Zu oft konnte ich mir das nicht leisten, mein Roman wartete ungeschrieben und der Termin der Abgabe rückte unaufhaltsam näher. "So Mädels, jetzt muss ich arbeiten. Es wäre nett, wenn ihr solange ruhig seid!", sagte ich, stand auf und setzte Grace neben Scarlett, ging zurück zum Tisch und sortierte meine Gedanken. Ich weiß nicht, was ich in der Situation erwartet hatte. Natürlich waren sie nicht ruhig, wobei sie es zuerst versuchten. Es dauerte nicht lange, bis sie sich nicht mehr zurückhalten konnten und in einer Lautstärke quatschten, die mich störte. Die dazu aufzufordern ruhiger zu sein, brachte nichts. Irgendwann stand ich auf, brachte alle drei trotz Protest ins Schlafzimmer, schloss sowohl die Tür als auch die zum Wohnzimmer, um meine Ruhe zu bekommen. Als ich mich auf meinen Stuhl setzte, hörte ich in leises Wispern, das mich nicht störte. Endlich konnte ich meine Gedanken in den Computer eingeben und kam ein ganzes Stück vorwärts, mehr als ich gedacht hätte. Vielleicht war es nicht ...
... schlecht, sich mit den Puppen zu beschäftigen. Dabei kam man zweiweise auf andere Gedanken, und wenn man danach schrieb, war es wie ein Reset, man grübelte nicht fortwährend über die Story nach. Es war bereits dunkel, als ich den Rechner ausstellte, mich reckte und meine Glieder streckte. Vom langen Sitzen waren sie steif geworden und es kribbelte, als ich sie ausstreckte. Danach schlich ich mich in die Küche, nahm ein verspätetes Abendmahl zu mir. Mein Magen hatte mir lautstark angedeutet, dass ich ihn vernachlässigt hatte. Danach saß ich eine ganze Weile auf dem Küchenstuhl, lauschte dem Radio, das im Hintergrund spielte, und starrte dabei aus dem Fenster in die Dunkelheit. Es gab nichts zu sehen, höchstens die Scheinwerfer weniger Autos, wenn sie durch die Straße fuhren. Hören konnte ich einmal einen Hund, der in weiter Ferne kläffte. Ansonsten war es ruhig. Gegen zehn Uhr stand ich auf, rieb meine juckenden Augen und wusste sofort, dass es Zeit war, mich zur Ruhe zu begeben.   Kapitel 13 Es war ungewöhnlich still, als ich ins Schlafzimmer kam. Die Drei saßen wie verlassen auf ihren Plätzen, wobei ich nichts anderes erwartet hätte. Ich nahm wie gewohnt Prinzess, schlüpfte mit ihr unter die Decke, gab ihr einen Kuss auf die Stirn und löschte das Licht. Trotz allem blieb es ruhig, kein Ton war zu hören, als wenn sie nicht anwesend waren. Dies änderte sich wenige Minuten später, als ich eingeschlafen war. Sofort tauchte ich in meine Welt ein, erwachte ...