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Puppenliebe
Datum: 30.07.2023, Kategorien: Sonstige,
... mit lachenden Augen die nächste Zeit auf mich zukommen. Irgendwann meldete sich mein Körper, wie jeden Morgen. Es war lästig, doch musste einfach sein. Also versuchte ich möglichst leise aufzustehen, um die Drei nicht zu wecken. Dabei kam mir der Einfall, dass es keinen Sinn machte. Grace und Scarlett hatten keine Schlafaugen, man konnte nie wissen, ob sie einen beobachteten oder nicht. Trotzdem blieb mir nichts anderes übrig. Geräuschlos aufzustehen war nicht möglich, irgendwas war immer zu hören. Daher wunderte ich mich, als ich von keinem der Drei angesprochen wurde. Kein Morgengruß, kein Spruch in irgendeiner Form, nichts. Es störte mich nicht, im Gegenteil. Die anhaltende Ruhe war wie Balsam für meine Ohren und ich erinnerte mich daran, dass es vor kurzer Zeit normal gewesen war. Alleine zu sein, hatte seine Vorteile. Summend ging ich ins Bad, stand unter der Dusche und ließ mir das warme Wasser über den Körper fließen. Danach widmete ich mich ausgiebig der Körperpflege, der Dreitagebart musste seinem Namen gerecht werden, andere Haare, die an Stellen wuchsen, wo sie nach meiner Meinung nicht hingehörten oder schlecht aussahen, mussten weichen. Danach ein Duftwässerchen aufgetragen und schon fühlte ich mich wie rundumerneuert. Mit guter Laune ging ich zur Haustür, holte die Zeitung herein, war wenig später in der Küche und bereitete mein Frühstück vor. Während ich den Kaffee, nach althergebrachter Weise, durch einen Porzellanfilter mit Filtertüte laufen ...
... ließ, sah ich nach draußen und erfreute mich an dem wunderschönen Wetter vor dem Fenster. Es war ideal dazu, einen Spaziergang zu machen. Sofort nahm ich es mir vor, hatte meine Seele lange nicht mehr baumeln gelassen. Dazu reichte es, im nahegelegenen Part eine Runde zu drehen, vielleicht sich für einen Moment auf einer Bank parken. Der Weg war das Ziel. Nach dem Frühstück ging ich ins Schlafzimmer, in dem weiterhin Ruhe herrschte. Für einen Moment war ich verwundert, stellte mich vor Grace und Scarlett, machte sogar ein paar Grimassen. Trotz allem blieb es ruhig, als wenn niemand außer mir anwesend war. Bei Prinzess war es nicht anders. Selbst als ich sie anhob, ihre Augen aufschlugen, war keine Reaktion zu hören. Es herrschte atemlose Stille, wirkte wie ausgestorben. Ich zuckte mit der Schulter, setzte Prinzess auf das Kopfkissen und zog mich an, damit ich den Spaziergang machen konnte. Danach nahm ich einen großen Zettel und schrieb auf, wohin ich gegangen war und hängte ihn so an die Wand, dass alle Puppen diesen sehen und lesen konnten. Dabei ging ich davon aus, dass sie lesen konnten. Danach nahm ich eine leichte Jacke, legte sie mir über und verließ das Haus. Draußen war eine herrliche Luft, mein Nachbar war dabei seinen Rasen zu mähen und der typische Duft stieg mir in die Nase. Wenige Meter gegangen, verschwand das Aroma und machte anderen Platz, vor allem ein hintergründiges von Blumen. Die Natur bot eine Vielfalt verschiedener Gerüche, an denen ich ...