1. Das Refugium - Complete 000 - 015


    Datum: 22.11.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... recycelt werden konnte.
    
    Als Energiequelle konnte alles eingesetzt werden was mit einem bestimmten Planeten kompatibel war, vom Windkraftwerk über Brennstoff- und Solarzellen über Geothermie mit Ammoniak oder Schwefelsäure bis zu Kernreaktoren. Diese Prototyp-Station lag in den Bergen auf der Erde, und in ihrem Kern befand sich deswegen naheliegender Weise ein Wasserkraftwerk. Das notwendige Wasser wurde in unauffälligen Mengen aus den zahlreichen Bergseen des Gebirges, das sich über der Station auftürmte, abgezweigt, stürzte durch kilometerlange Bohrungen hinunter in die Kraftwerkskaverne und dort in die Schaufelräder riesiger Turbinen, deren Leistung ausgereicht hätte, eine Kleinstadt mit Strom zu versorgen
    
    Die Station war mit einigen Hundert der fähigsten Forscher und Ingenieure des Landes besetzt worden. Hier zeigte sich, wozu die Menschheit fähig wäre, wenn man kreativen Könnern Priorität über die Erbsenzähler, Politiker, Militärs und Juristen gab. Die Spezialisten aus den verschiedensten Fachgebieten fanden sich spontan zu Projektgruppen zusammen und suchten gemeinsam die beste Lösung für die anstehenden Probleme. Alles erarbeitete Wissen wurde in eine zentrale Datenbank gespeist und stand allen zur Verfügung. Jeder konnte es abrufen, und nach eigenem Gutdünken in seinen Entwicklungen verwenden.
    
    Hier lief auch die Internet-Technologie, befreit von fetten Javascript-Frameworks und nutzlosen Eye-Candies, zu wahrer Größe auf, samt einer Suchmaschine, die sich ...
    ... ausschließlich um das optimale Katalogisieren und Verschlagworten von Inhalten zu kümmern brauchte, statt um das möglichst umfassende Untermischen von Werbung. Praktisch das ganze Wissen der Menschheit konnte so von einem relativ kleinen zentralen Server verwaltet und allen Interessierten sauber geordnet und frei von der Verschmutzung durch Trolle, Verschwörungstheoretiker und selbsternannte Experten auf allen Fachgebieten präsentiert werden.
    
    Zuallererst lernte Manfred alles zu seiner Zugangskarte. Sie war einem Smartphone nicht unähnlich, nur wesentlich moderner, frei von Ad- und Bloatware und dank super kleiner und energiesparender Mikroelektronik so dünn und biegsam wie eine Scheckkarte. Sie war Zugangskontrolle, Steuergerät und Kommunikator in Einem, und über einen Biosensor auf ihren Besitzer geprägt. Das Problem der Energieversorgung hatte man pragmatisch gelöst: die Scheckkarte diente meistens nur als Steuergerät. Der energiefressende Bildschirm war in der Regel aus, statt dessen war praktisch jede Wand innerhalb der Station mit einer Art Bildschirm-Tapete bestückt. Um sie als Anzeige zu nützen, hielt man einfach die Karte kurz an die Wand.
    
    Überall waren empfindliche Antennen verlegt, die Scheckkarte musste also keine nennenswerte Sendeleistung aufwenden um dauernd mit dem Netzwerk der Station verbunden zu sein. Dennoch benötigte ihr Energiespeicher natürlich alle paar Wochen eine Aufladung, dies geschah aber automatisch: legte man die Karte ruhig irgendwo hin, ...
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