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Das Refugium - Complete 000 - 015
Datum: 22.11.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... blieb aber wie angewurzelt sitzen. „Mama, Du weißt, dass wir sicher sterben werden?" „Ja, das weiß ich", antwortete die Mutter leise, und gab ihre gespielte Zuversicht wieder auf. Die Tochter schluckte schwer, und dann setzte sie sich entschlossen auf: „Ich kriege das hin, Mama. Ich will, dass wir beide leben." Und zu Manfred gewandt fragte sie: „Wirst Du mir weh tun?" „Nur wenn ich muss", antwortete er kryptisch. „Dann bin ich einverstanden", antwortete die Tochter mit brüchiger Stimme. „Dann lasst es uns besiegeln", sagte Manfred ernst, und streckte seine Hand aus. Schweigend legten die beiden Frauen ihre Hände darauf, und er drückte nicht allzu fest zu. „Ich heiße Manfred", sagte er, „willkommen in meinem Refugium, das ab sofort auch eures ist." „Marianne", stellte sich die Ältere vor, „und das ist Lisa." Als sie sich wieder los ließen, standen alle einen Augenblick unschlüssig herum. Etwas unsicher fragte Marianne nach einer kleinen Weile: „... willst Du es jetzt gleich hier?". „Nein", antwortete er, „Wir wollen nichts überstürzen, so wie ich das sehe werden wir viel Zeit zusammen verbringen. Ich möchte euch erst einmal gebührend willkommen heißen. Kommt mit, ihr geht vor." Und er wies einladend auf eine der Türen die von dem Raum in die Tiefen des Stützpunktes führten. Schweigend liefen die beiden Frauen vor ihm her, während er sie von hinten durch endlos scheinende Gänge dirigierte. „Das Areal musste riesig sein", dachte Marianne, und ...
... daran wie wenig man von außen sah. Außer dem massiven Eingangstor und ein paar Kameras hatte sie keine weiteren Anlagen bemerkt. Den Großteil hatten die Erbauer wohl unter dem Gebirge verborgen, und den Rest sehr gut getarnt. In Lisas Gehirn überschlugen sich inzwischen die Gedanken. Hatte sie gerade wirklich zugestimmt, einem ihr völlig unbekannten älteren Mann zu Willen zu sein, wie auch immer es ihm beliebte? Alles in ihr sträubte sich dagegen. Lisa war keine Jungfrau mehr, aber sie hatte ihren Luxuskörper nur mit den Alphamännchen ihrer Gesellschaftsschicht geteilt, und auch prinzipiell erst nachdem diese eine angemessene Weile lang edelmetallhaltige Devotionalien angeschleppt und sich mehrmals mit ihr in absurd teuren Restaurants hatten blicken lassen. Wenn es dann passierte, und das war eher selten der Fall, dann meistens nach Partys mit reichlich Alkohol und hin und wieder auch Härterem als Lockermacher. So wie das jetzt ablief, das war eine ganz andere Nummer. Lisa wusste insgeheim, dass sie das Verlangte auf keinen Fall würde bringen können, und dann würde der Typ sie und ihre Mutter hinauswerfen, oder vielleicht sogar direkt an die Marauder ausliefern. Manfred dagegen fiel es nicht schwer, sich an den Gedanken zweier ihm zur freien Verfügung stehender Frauen zu gewöhnen. Er dachte bereits darüber nach, wie er maximale Befriedigung aus der Situation ziehen könnte. Ihm war klar, dass Lisa Schwierigkeiten machen würde, also beschloss er insgeheim, sich erst einmal ...