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Das Refugium - Complete 000 - 015
Datum: 22.11.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... stellte sich wie es die Entwickler vorausgesagt hatten heraus, dass Glas ein idealer Baustoff war, um das Laufrad der Turbine zu verbessern. Man konnte mit Lasern durch das Material hindurch nach kleinsten Fehlern suchen, bei Stahl war das naturgemäß selbst mit den stärksten Röntgengeräten der Station nicht bis zu beliebigen Dicken möglich gewesen. Es wurde kein Fehler im Glas gefunden. Dann kam der entscheidende Augenblick, langsam wurde das Laufrad im kreis herum dedreht, und empfindliche Sensoren suchten nach kleinsten Unregelmäßigkeiten, die zu Unwuchtigkeiten führen könnten. Einige wurden gefunden, das Rad wurde angehalten und die Fehlerstellen automatisch auspoliert. Dann wurde wieder getestet, und nach einem halben Dutzend Versuche war das Rad makellos ausbalanciert. Ein spezieller TransportBot brachte es zurück in die Turbinenhalle, und Manfred bekam die völlig unnötige Aufforderung, sich an der Turbine einzufinden um den Einbau vorzunehmen. Er stand natürlich bereits bereit. Vorsichtig nahm er das neue Rad mit dem Kran hoch und senkte es dann millimeterweise in die klaffende Öffnung des Turbinengehäuses. Es passte perfekt, er machte die Befestigungsgurte ab, und einem Impuls folgend versuchte er, das Rad von Hand herumzudrehen. Zu seiner Überraschung gelang es ihm mühelos, das neue Rad lief so unglaublich leicht und rund dass er das tonnenschwere Bauteil mit bloßer Hand bewegen konnte. Zufrieden setzte er den Deckel wieder auf, und zog die Schrauben ...
... rundherum fest. Dann kam der entscheidende Augenblick. Um ihn richtig auszukosten fuhr Manfred alle anderen Turbinen herunter, und schaltete die Station auf ihre Notversorgungsbatterien. So leise war es in der Turbinenhalle seit ihrer Fertigstellung nie mehr gewesen. Entschlossen gab er den Wasserzufluss zu der neuen Turbine frei. In den Zuleitungsrohren begann es zu rauschen, und langsam und dann immer schneller begann sich die Welle zum Generator zu drehen. Bereits nach wenigen Umdrehungen bewegten sich die Messinstrumente am zugehörigen Schaltschrank aus ihren Ruhestellungen. Die Leistungsanzeiger stiegen und stiegen, bis die Turbine schließlich ihre Nennleistung erreichte. Manfred fiel sofort auf, dass die Glasturbine wesentlich ruhiger lief als ihr metallenes Vorgängermodell, und er steigerte mit gutem Gefühl die Leistung nach und nach und unter den Argusaugen der Sensoren auf 130%, um die Turbine einem letzten Belastungstest zu unterziehen. Sie steckte die Überbelastung problemlos weg, und Manfred jubelte und sprang lachend in der Halle herum wie ein übermütiger Teenager, der gerade sein Moped zum ersten Mal selbst repariert hatte. Auch auf dem Rundgang mit Lisa führte ihn sein erster Weg wie immer zu "seiner" Maschine, und er legte seine Hand fast zärtlich auf ihr kaltes Gehäuse und spürte zufrieden, wie sich das riesige Laufrad im Inneren vollkommen ruhig um sich selbst drehte. Stolz erzählte er Lisa von der Reparatur, und er ließ sie sogar den Hallenkran ein paar ...