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Das Refugium - Complete 000 - 015
Datum: 22.11.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... unwillig brummend aus, ohne Schaden anzurichten. Manfreds Aufgabe war es, das gewaltige Peltonrad freizulegen und den Schaden zu begutachten. Er hatte den riesigen Hallenkran über der Turbine in Stellung gebracht, ein Lastgeschirr heruntergefahren und mit dem gewaltigsten Schraubenschlüssel, den er jemals gesehen hatte, eine nach der anderen die Muttern am Turbinengehäuse geöffnet und schließlich den tonnenschweren Deckel abgehoben. Der Schaden war nicht schwer zu finden, eine der Schaufeln war gebrochen, offenbar hatte man eine winzige Schadstelle im Guss übersehen, und im Lauf der Jahre hatte sich ein Riss gebildet, bis die Schaufel schließlich abbrach. Eigentlich hätte die Station auch ohne diese eine Turbine weiter genug Energie bekommen, um sie in ihrem Dämmerzustand ausreichend zu versorgen, aber Manfreds Ehrgeiz war geweckt, diesen Schaden in den Griff zu bekommen. Er durchsuchte die Pläne in der Wissensdatenbank, und fand schnell die Bauzeichnungen für das Laufrad. Die Fertigung hätte allerdings große Anstrengungen erfordert, eine so gewaltige Gießerei, wie dazu notwendig war, war nie in der Station vorhanden gewesen. Statt dessen hatten die Wissenschaftler ein Konzept ausgekocht, wie man solche Bauteile aus Spezialglas im 3D Verfahren drucken lassen konnte. Es gab auch einen 3D Drucker für Glas, der groß genug dafür war. Selbstverständlich konnte Manfred nicht widerstehen, und lud den Bauplan für die Glasversion sofort in die Fertigungs-Warteschlange. Da ...
... diese nichts zu tun hatte, schaltete die Anzeige für diesen Bauauftrag bereits nach wenigen Minuten von gelb "pending" auf grün "running". Das konnte sich Manfred natürlich nicht entgehen lassen, er nahm sich einen TransportBot und flitze mit Höchstgeschwindigkeit zur Fertigungskaverne um das Schauspiel live zu sehen. Dort angekommen sah er sofort, dass in der Reihe der toten und kalten Maschinen eine aufgewacht war und orange glühend erstrahlte, offenbar wurde sie gerade aufgeheizt. Dann begann sie, Schicht auf Schicht, eine nach der anderen perfekte Lagen aus glühendem Glas aufeinander zu schichten. Manfred sah mehrere Stunden lang fasziniert zu, wie sich langsam die Form eines neuen Turbinenrades, ganz aus Glas, aus dem Druckbett zu erheben begann. Dann musste die Maschine aber beginnen, Abkühlpausen einzulegen, damit das Gewicht der hinzukommenden Schichten die noch weichen Schichten darunter nicht verformte. Manfred fragte den Fertigungsstatus ab, der Druck würde insgesamt über drei Tage lang dauern. Ein weiterer Tag würde vergehen bis das neue Teil abgekühlt war. Er beschloss, dass er lange genug zugesehen hatte, und dass er rechtzeitig Tagen wiederkommen würde, um bei der Endkontrolle des fertigen Bauteils dabei zu sein. Tatsächlich bekam er vier Tage später die Benachrichtigung, dass die Fertigung beendet war, und der Testprozess nun beginnen würde. Sofort fuhr er in die Fertigungshalle. Erst wurde das neue Laufrad optisch auf Unregelmäßigkeiten geprüft, und nun ...