1. Offen 01


    Datum: 07.04.2024, Kategorien: Sonstige,

    ... nicht."
    
    "Was machst du gerade?"
    
    "Enorm aufregende Sachen. Putzen, wischen, aufräumen... und dabei an unerwartete und sehr stimulierende kürzliche Bekanntschaften denken."
    
    "Na sowas. Freut mich zu hören. Das heißt aber wohl leider, dass du heute nicht noch in den Park willst? Mario muss heute arbeiten."
    
    "Nee, das kriege ich zeitlich leider nicht hin. Frau und Kind kommen bald wieder, da kann ich mich nicht so ohne Weiteres abseilen. Wir könnten uns aber gerne nächste Woche treffen, wenn du möchtest."
    
    "Und wie ich das möchte. Wie wäre es mit Mittwochabend? Da gehe ich normalerweise ins Fitness-Studio und bräuchte meine Abwesenheit nicht zu begründen."
    
    "Mittwoch... da geht meine Frau mit Kind zu einem Sprachcafé für Immigranten. Jo, das würde sogar sehr gut passen, wenn's am frühen Abend, eher später Nachmittag wäre."
    
    "Gebongt, um fünf? Was trinken, oder lieber einen Kaffee?"
    
    "Bin für beides offen, was wäre dir lieber?", entgegnete ich unschlüssig.
    
    "Vielleicht doch lieber einen Kaffee, in dem kleinen Café gegenüber vom Park kurz vor der Ampel? Dann könnten wir hinterher noch kurz in den Park einen rauchen? Diesmal bringe ich mit..."
    
    "Klingt gut, abgemacht. Ich freue mich drauf. Hm... willst du noch mehr von meinem Zeug hören? Ich könnte dir einen Stick mitbringen, wenn du möchtest."
    
    "Unbedingt, das wäre geil. Ich freue mich auch drauf. Dann will ich dich nicht länger von deinem aufregenden Putzen abhalten. Bis Mittwoch!"
    
    "Bis ...
    ... dann."
    
    Tausend Gedanken schwirrten in meinem Kopf herum, als wir das Gespräch beendet hatten. Auch wenn immer noch unklar war, worauf das Ganze hinauslief, schien nun doch langsam eine Tendenz erkennbar zu sein. Die mich euphorisierte und den Rest der Putzaktion mit einem Lächeln auf den Lippen abschließen ließ.
    
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    Ich erzählte Anne von dem Telefonat und der Verabredung, betonte aber, dass ich nicht wirklich glaubte, dass dies in Richtung erste Erprobung unserer offenen Vereinbarung ging. Sie nahm die Eröffnung mit Gleichmut entgegen, meinte sogar, dass sie sich über die Erweiterung meines Bekanntenkreises freute und es mir nur guttun könne, mehr unter Leuten zu sein.
    
    Die vorherige Nacht schien sie zudem nachhaltig befriedigt zu haben, denn sicher hatte sie solch spontane Aktionen genau wie ich vermisst und hoffte vielleicht insgeheim, dass dies ein Auftakt, mehr denn eine Ausnahme, gewesen war. Ähnliches vermeldete sie dann tatsächlich auch bei unserer Therapiesitzung.
    
    Frau Sänger war nicht anzusehen, was sie genau darüber dachte, aber ich brauchte ihre Zustimmung genauso wenig wie ihre unterschwellige Kritik. Ich fühlte mich wohl mit der Geschichte und war gespannt auf das Treffen mit Nina, von dem ich dort nur am Rande erzählte.
    
    Lisa erzählte ich zuvor etwas mehr, aber die war mehr mit ihrem eigenen Kram beschäftigt. In der Tat war ihr unerwarteter Ausbruch am Freitag ein Eigentor geworden, jetzt schliefen sie in getrennten Zimmern und er verfolgte sie mit üblen ...
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