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Offen 01
Datum: 07.04.2024, Kategorien: Sonstige,
... hohem Bogen aus. Nun musste auch Lisa lachen. Ich machte mir keine Illusionen. Es würde eine schwere Gratwanderung werden. Wenn ich Anne mit übertrieben viel Aufmerksamkeit bedachte, sei dies nun generell oder sexuell, würde sie das wahrscheinlich misstrauisch machen. Zeitlich ebenso. Ich kriegte just an diesem Tag die Ankündigung meines Managers, dass es aufgrund meines Sondereinsatzes im neuen Projekt zu Engpässen in der Gruppe kommen würde, und Überstunden freigegeben waren. Er forderte diese nie direkt ein, aber meistens sprang ich als einer der ersten an, da extra Geld auch im Hinblick auf unsere meist nicht billigen Urlaube gut zu gebrauchen war, nach meinen neusten Anschaffungen umso mehr. Die ich immer noch abholen musste. Verdammt, der Kroatien-Urlaub. Das war auch schon in vier Wochen. Das hieß zwei Wochen ohne Nina. Kaum vorstellbar. Unfassbar, und das nach drei Tagen, die wir nun offiziell oder halboffiziell zusammen waren. Es hieß aber auch, dass Anne in den nächsten vier Wochen abgelenkt sein würde. Sie übernahm grundsätzlich die Planung, was ihr eine besondere Freude machte. Bei ihr hatte das auch noch den Hintergrund, dass sie die einzelnen Reiseziele innerhalb des bereisten Landes nach Foto-Ops aussuchte. Die grobe Planung hatte sie natürlich längst abgeschlossen. Nein, verdammt, ich hatte ganz vergessen, dass sie vorher noch für zehn Tage in die Alpen fahren würde. Dort auf der Rückfahrt noch bei einer Kusine in München einen Zwischenhalt ...
... machen, wo ich sie dann traf, um mit dem Nachtzug nach Kroatien zu fahren. Zurück würden wir fliegen. Wie konnte ich das vergessen? Sie hatte Recht, ich war wirklich nur mit mir und meinen Geschichten beschäftigt gewesen. Und das ging schon wieder los. Das hieß fast zwei Wochen allein mit Nina. Das brachte mich ins Träumen. Wenn Anne mich allerdings bei solchen Fauxpas ertappte, war es um die Chance geschehen. Ich musste mich zusammenreißen, Interesse zeigen, mich involvieren. Heucheln ging nicht. Ehrlich sein. Offen. --- Die Therapiestunde, vor der mir so gegraut hatte. Ich erwartete, dass Anne nicht nur die letzten Entwicklungen thematisieren, sondern von unserer Therapeutin zusätzliche Schützenhilfe bekam, die ihre tentative Zustimmung zum Wackeln brachte. Na, wenigstens ließ sie bei ihren Erzählungen die Drogenkomponente aus, aber so weltfremd war Frau Sänger wohl nicht, um das nicht zu erahnen. Sie sah kaum älter als dreißig aus. "... dann erzählte er mir, dass sich eine der Frauen gerade von ihrem Freund getrennt hatte. Wegen ihm. Weil sie sich in ihn verliebt hat. Und er sich in sie." "Wir können sie ruhig namentlich benennen, oder? Es ist nicht eine der Frauen, es ist Nina. Und ja, ich habe mich in Nina verliebt. Aber bitte erzähle du weiter." "Nein, warten sie bitte einen Moment. Von dieser Frau, also von Nina, hatten Sie doch bereits in einer vorherigen Stunde erzählt, es war die Frau, mit der Sie sich auf Anhieb gut verstanden hatten, mit der ...