1. Die Kunst braucht mehr nackte Männer - und Frauen!“ - von einem Multitalent, das auszog, um ausgezogen zu werden - Teil 4


    Datum: 25.08.2024, Kategorien: Kunst,

    ... Adresse.“ Der Chef legte einen Zettel auf die Tischplatte.
    
    Ich wusste, wo die Aues wohnen, auch ohne auf den Zettel zu schauen. Denn ich kenne die beiden seit meiner Kindheit: Tante Lore und Onkel Werner. Nicht wirklich verwandt mit mir, aber gute Freunde meiner Eltern. Ich nenne sie seit Kindertagen „Tante und Onkel“. Wie kommen die beiden darauf, Julia und mich zu engagieren? Wissen sie davon, dass wir auch nackt auftreten? Werden sie mich darauf ansprechen? Das würde ziemlich peinlich werden – noch dazu in Gegenwart von Julia!
    
    „Darf ich fragen, Eure Durchlauchten, ob Frau und Herr Aue explizit Julia und mich verlangt haben? Die Aues sind nämlich gute Bekannte“, erkundigte ich mich.
    
    „Wie schön“, erwiderte Frau Graf, „das freut mich für dich, Michael! Ja, die Aues haben ausdrücklich dich verlangt. Und ein hübsches Mädchen dazu. Mehr kann ich dir aber leider nicht sagen. Fahrt heute um 14 Uhr zu dieser Adresse, dann erfahrt ihr alles, was ihr für euren Einsatz wissen müsst!“
    
    Damit war das Briefing beendet, Julia und ich krochen auf allen vieren unter den Schreibtisch, Julia küsste die Halbschuhe von Roland Graf, ich küsste die Pumps von Tanja Graf.
    
    „Du hast kein gutes Gefühl bei dem Auftrag, nicht wahr?,“ sagte Julia auf der Fahrt zu unseren Auftraggebern.
    
    „Nein. Falls sie wissen, dass ich nackt auftrete, kann ich mir bestimmt eine Moralpredigt anhören. Falls sie es nicht wissen, müssen wir höllisch aufpassen, dass wir uns nicht verplappern.“
    
    „Und was ...
    ... ist, wenn wir uns auf ihrem Gartenbauabend auch ausziehen sollen?“ Julia grinste.
    
    „Tante Lore und Onkel Werner doch nicht! Die sind für so was viel zu konservativ.“
    
    „Auch konservative Leute haben Sex, sonst würden sie sich nicht vermehren.“
    
    „Mich vor Tante Lore, Onkel Werner und ihren Vereinskameraden auszuziehen, wäre das peinlichste überhaupt!“. Bei der Vorstellung musste ich mich am Lenkrad festhalten.
    
    Naja, jetzt gab es eh kein Entrinnen mehr, also rein in die Höhle des Löwen! Julia hatte sich dezent sexy angezogen: ein blaues Sommerkleid mit Blumenmuster, der Ausschnitt gewährte den Blick auf die Ansätze ihrer Brüste, der Saum endete eine Handbreit über den Knien; ihre Füße steckten in Riemchenschuhen mit Brikettabsätzen. Ich hatte ein beiges Leinensakko, ein weißes Hemd und eine braune Stoffhose angezogen. So standen wir also für der Eingangstür des mir wohlbekannten Einfamilienhauses am Stadtrand. Julia drückte die Klingel und schob mich vor.
    
    Als die Tür aufging, standen Tante Lore und Onkel Werner beide vor uns uns strahlten uns an. Obwohl ich sie bestimmt schon seit mehr als fünf Jahren nicht mehr gesehen hatte, hatten sie sich überhaupt nicht verändert. Sie mussten wie meine Eltern gut 50 sein, aber sie sahen aus wie höchstens Mitte 40. Tante Lore wie immer mollig, mit großem Busen und top gestylten rotbraunen, halblangen Haaren. Onkel Werner in Hemd und robuster Arbeitshose – denn im Garten gab es ja immer was zu tun. Die beiden drückten mich herzlich, ...
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