1. Quartierwechsel


    Datum: 19.12.2024, Kategorien: Humor,

    ... endlich aus seinen verschwitzten Klamotten heraus zu kommen. Oder er bereitete sich auf seine Schicht vor. Nachdem ich meinen Spind eingeräumt hatte, saß ich einigermaßen planlos auf meiner Koje.
    
    Das Rauschen hörte auf. Na gut, dachte ich, stand auf und begann mich auszuziehen.
    
    Die Tür zur Dusche ging auf, und ... da stand sie. Mit geschlossenen Augen trat sie aus der Dusche. Sie hielt ein riesiges Handtuch vor den Körper und schüttelte sich mit schiefgehaltenem Kopf das Wasser aus den Ohren. Sie war splitterfasernackt, was nach dem Duschen ja keine große Überraschung ist. Soweit ich sehen konnte, war sie eine echte Schönheit! Und endlich sah ich sie mal aus der Nähe. Im Freizeitbereich war sie mir von weitem schon aufgefallen, aber irgendwie war ich immer zu beschäftigt, um sie anzusprechen. Mitten in einem Beach-Volleyball-Turnier geht das auch eher schlecht. Gute Figur, lockeres Auftreten, insgesamt sehr interessant. Und dann stand sie nackt in meiner Kabine. Ein letzter Wischer über das Gesicht, sie öffnete die Augen und erstarrte. »Was machen Sie denn in
    
    meiner
    
    Kabine?« fauchte sie und hielt sich das Handtuch zu meinem Bedauern wieder so vor ihren Körper, dass ich nur noch ihr wütendes, wenngleich wunderschönes Gesicht sehen konnte. Der Kamerad war also eine Kameradin.
    
    »Nun, hallo erstmal« sagte ich und schaute sie freundlich an. »Johnny«, stellte ich mich vor. Ich machte einen Schritt auf sie zu und hielt ihr die rechte Hand zum Gruß hin. Sie zuckte ...
    ... kurz, verzichtete dann aber auf den Handschlag. »Netter Versuch«, sagte sie und grinste frech. »Schade«, sagte ich und grinste ebenfalls. »Das war's wert.«
    
    »Und außerdem ist es jetzt
    
    unsere
    
    Kabine« ergänzte ich.
    
    »Was? Unmöglich! Ich sollte eine Lieutenant J. Kingsley zugeteilt bekommen« sagte sie. »Nun ja«, erwiderte ich, »das stimmt in gewisser Weise. Ich bin Lieutenant und heiße Kingsley« und deutete auf mein Namensschild auf der Uniform. »Das J steht für Jonathan, Freunde nennen mich Johnny« fügte ich hinzu.
    
    Um jeden Zweifel auszuräumen, kramte ich in meinen Unterlagen das Kommandotablet hervor, rief das Dokument mit dem Umzugsbefehl auf und reichte es ihr. Sie hielt inzwischen ihr Handtuch nur noch mit dem Mund fest und trocknete sich mit einem Zipfel die Achseln ab. Sie griff nach dem Tablet und las den Befehl. Das Handtuch hing dabei, nur noch mittig gehalten, an beiden Seiten herunter und gab einen Teil ihrer Brüste frei. Ich schaute interessiert hin.
    
    Sie hob die Augen, ohne den Kopf zu bewegen, sah meinen starren Blick, senkte ihre Augen wieder und sah, was ich sah. Wieder bewegten sich ihre Augen zu mir, dann grinste sie und öffnete leicht ihren Mund. Das Handtuch fiel, und ich hatte endlich freie Sicht auf die Sterne. Genaugenommen auf diese spezielle Schönheit mit den zwei Sternen, denn das war sie. Ihre schlanke und sportliche Figur ließ an den richtigen Stellen alle vorschriftsmäßigen Hügel und Rundungen erkennen, nicht zu viel und nicht zu wenig. ...