1. Der Yachtausflug


    Datum: 30.06.2025, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    Anne ließ ihren Blick über die Kante ihrer romantischen Komödie, die sie als Urlaubslektüre las, hinaus auf das azurblaue Meer schweifen. „Könnte gerade schlimmer sein...", lächelte sie in sich hinein. Die griechische Sonne schien angenehm warm auf das Café am Yachthafen des kleinen Fischerdorfes, welches Anne als Ziel ihrer kleinen Nachmittagswanderung auserkoren hatte. Der Urlaub hatte ihr die erhoffte Entspannung von ihrem stressigen Alltag gebracht und Anne fühlte sich endlich mal wieder frei und leicht wie der Wind, der gerade angenehm unter ihren geblümten Sommerrock wehte. Sie beobachtete das Einlaufen einer weiteren, im Sonnenlicht glitzernden und bestimmt unerreichbar teuren Yacht, verfolgte ein paar zankende Möwen am Himmel und sog gierig die wunderbar milde Meeresluft in ihre Nase.
    
    Etwas irritierte sie plötzlich und holte sie aus ihrer verträumt-dämmernden Welt. Ein bekanntes Gesicht. Richtig, realisierte sie mit einem Mal, da drüben ist ja Ralf. Sie hatten sich in den letzten Tagen öfter im Hotel gesehen, ein wenig am Pool geplaudert und erst gestern ein nettes Mittagessen miteinander verbracht. Ralf hatte sie auch insgeheim daran erinnert, dass dem Urlaub zur Perfektion noch etwas fehlte. Nicht, dass sie sich nach einer klassischen Urlaubsromanze im Rosamunde-Pilcher-Stil sehnte, Gott bewahre. Aber Anne hatte starke körperliche Bedürfnisse, die sie leider seit viel zu langer Zeit zugunsten anderer Dinge schmerzlich unterdrückte. Ralf schien sehr angestrengt ...
    ... etwas oder jemanden zu suchen. Etwa Anne? Nein, das konnte nicht sein. Er hatte keine Ahnung, dass sie hier war, das hat sie selbst erst relativ spontan heute mittag entschieden. Trotzdem winkte Anne freundlich lächelnd, als er in ihre Richtung sah, und er erkannte sie erfreut. Als er auf sie zu kam, musste Anne sich eingestehen, dass sie ein wenig aufgeregt wurde und sich tief in ihrem Inneren etwas Altbekanntes bemerkbar machte, das sie schnell wieder wegsperrte.
    
    „Hallo Anne, das ist aber eine Überraschung.", begrüßte Ralf sie. „Du hier und nicht in Hollywood?", entgegnete Anne etwas kieksig. Boah, ging's noch peinlicher? Reiß dich zusammen!, rief sie sich zur Ordnung. „Du scheinst etwas zu suchen!?" fuhr sie mit deutlich normalerer Stimme fort. „Nicht etwas, sondern jemanden. Meinen Freund Alexandros, von dem hab ich dir ja gestern schon erzählt." Richtig. Anne erinnerte sich, dass Ralf jemanden hier in der Gegend kannte, einen griechischen Hotelbesitzer. „Besitzt der etwa einen von diesen Trümmern?" fragte Anne und zeigte auf die prachtvollen Schiffe. „Ja, tatsächlich. Und wir wollten heute einen kleinen Ausflug damit machen. Hey, willst Du nicht mitkommen? Er hat garantiert nichts dagegen."
    
    Anne war unsicher. Gegen eine schöne Bootstour auf dem Meer hatte sie mit Sicherheit nichts. Aber zuhören, wie Ralf und ein alter Grieche Geschichten vergangener Jahre austauschten und dabei Ouzo zischten, das klang wenig verlockend. Sei nicht so spießig und lass Dich mal auf was ...
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