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Träumen aber richtig
Datum: 11.02.2026, Kategorien: Romantisch
... nur vom Geld auf seinem Konto, ohne den Rest alles. Die Anrufe seines Bankberaters prallten an Klaus ab und er lachte nur. Der Vermieter schüttelte nur den Kopf und wurde immer kleiner. Klaus hatte heute sein altes Haus übergeben und schloss gerade die Türe, seiner Wohnung hinter sich. Mit einem tiefen Stöhnen ließ er sich in seinen Sessel fallen und sah sich einfach mal in Ruhe um. "Ach ja alter, jetzt hast du das auch geschafft." Mit ziemlich selbstverliebtem Grinsen startete er von nun an in ein neues Leben. Er ließ sich viel Zeit. Machte quasi Urlaub und lebte sich erst mal langsam ein. Außer seine Kumpels wusste niemand, wo er jetzt war, oder was er jetzt machte. Er war freundlich, aber distanziert zu seinen Nachbarn, er kümmerte sich um seinen Kram und ließ die Anderen ihren machen. Seine Nachbarn auf gleicher Etage machten ihm das zwar nicht so sehr einfach, aber auch das kannte er noch. Ständig Streit und Zoffen. Danke, das hatte er durch. Er hatte sich entschieden und dann konsequent durchgezogen. Er hatte sein ganz eigenes Boot in Auftrag gegeben. Boot war lustig. Er beauftragte eine nagelneue, nur nach seinen Wünschen hergestellte Segelyacht. Eine Sirius 40 DS. Sein lang gehegter Traum. Trennung, Frust, der Blick auf sein Alter und die fehlende Lust an seinem alten Leben hatten ihn "Wahnsinnig" werden lassen. "Junge, wenn du es jetzt nicht machst, dann machst du es nie wieder!" So einfach war die Sache. Er wollte dabei einen kleinen Hafen für sich haben und ...
... so weit möglich, ein paar Jahre in der Welt rumziehen. Es würde nicht mehr lange dauern. In ein paar Monaten sollte sein Traum fertig sein. So entspannte er also einfach und wartete so die verbleibende Zeit ab. Klaus war dabei nicht so blöd, wie sich das jetzt vielleicht lesen mag. Ein paar Jahre, um die Welt reisen und dann wieder sehen, was er dann machen wollte. Wenn man plötzlich Zeit hat und sich mehr Zeit nehmen kann und die Augen mal aufmacht, so gewinnt man schon recht schnell den Eindruck, dass mit dieser Welt etwas nicht stimmt. Die jungen Leute hatten anscheinend irgendeinen Gen Defekt, oder einen generationsübergreifenden Haltungsfehler. Alle bewegten sich nur mit Kopf nach unten und beide Hände auf Brusthöhe. Alle, egal ob alleine oder in der Gruppe, waren offensichtlich ohne Handy zu keinen Handlungen mehr fähig. Er fragte sich, was gerade die Mädels sagen würden, wenn sie wüssten, dass sie wie ein T-Rex aussahen und sich auch so bewegten. Klaus hatte sogar den Eindruck, dass die jungen Leute nebeneinandersitzend nur schrieben und nicht miteinander redeten. Selbst mit ihren Sitznachbarn. Alle Menschen hatten es eilig, waren gestresst und genervt. Überall sah er mehr Paare, die sich stritten, als solche, die sich liebten. Er war sich sicher, alles richtig zu machen. In der Wohnung gegenüber wurde es inzwischen auch immer lauter und grober. Nicht selten hörte er was krachen, oder scheppern. Langsam nervten die ihn doch. Bis dann der Tag kam, an dem er vom ...