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wie Brüder
Datum: 02.03.2026, Kategorien: Romantisch
... "Sinah". Ich musste von mir ablenken und fragte sie nach ihrer Freundschaft, nach dem Grund für ihr Tattoo. Und das ist ihre Geschichte: Ihre Mütter entbanden im Abstand weniger Tage, sie wohnten im gleichen Wohnblock. Die Mütter waren befreundet und so waren die beiden Buben oft zusammen. Das blieb so. Sie spielten zusammen im Sandkasten, gingen zusammen zur Schule, machten gleichzeitig das Abi - sie wuchsen auf wie Brüder. Und so sahen sie sich auch. Kurz vor dem Abi liessen sie sich das Tattoo stechen, denn ihre Wege würden sich vielleicht trennen. Sie wollten etwas, das zeigt, dass sie zusammen gehören. Sie studierten an der gleichen Uni, blieben so zusammen. Es störte die Mädchen, die sie kennen lernten, ihnen war die Bindung der beiden zueinander zu stark. Ihre Brüderschaft wollten sie nicht beenden, denn ihrer Liebe zu den Mädchen waren sie sich nie so sicher, wie der - so sagten sie es - brüderlichen Liebe zueinander. Die Geschichte berührte mich, es war die Geschichte einer unverbrüchlichen Liebe. Etwas das ich nicht kannte. Es war eine Liebesgeschichte ohne die sexuelle Komponente. Nur was in dieser Geschichte fehlte, kannte ich, den Sex. Wir redeten über das Geheimnis von Liebe, wie sie kommt, wie sie geht, wie sie bleibt. Wir redeten lange, sprachen über unsere Leben. Sie über ihre Studien, ich über meinen Arbeitsplatz, wir sprachen über Eltern, Freunde, unsere Wünsche und Enttäuschungen. Ich schaute von einem zum anderen, es passierte einfach, ...
... ich weiss nicht wie und wann und warum. Ich verliebte mich in die zwei. Zum ersten Mal spürte ich so etwas wie Liebe, zu ersten Mal hatte ich Schmetterlinge im Bauch. Ich wurde still, wusste nicht mehr, was ich sagen soll. Als sie es bemerkten, wollten sie wissen, was los sei, ob sie was falsches gesagt hätten. Ich schüttelte den Kopf, stand auf und füllte meine Kaffeetasse nach. Ich blieb stehen, trank den Kaffee, "ich muss gehen", sagte ich. Ich wollte mich meinen Gefühlen nicht stellen, sie waren unwirklich, ich kannte sie nicht, ich hatte Angst vor ihnen, ich musste weg. Tim kam mir nach, schaute mir von der Tür aus zu wie ich meine Kleider zusammen suchte und mich anzog. Er stand vor der Tür, ich musste an ihm vorbei. Es ging irgendwie nicht, ich konnte nicht, ich sank in seine Arme. Sanft streichelte er mich, sagte nichts, ich lehnte meinen Kopf an seine Brust, hörte sein Herz. Er küsste meine Haare, er war einfach lieb, sein Schwanz wuchs nicht, er blieb wie er war, wie wenn er merken würde, dass es um absolute Liebe ging und nicht um Sex. Tim sagte nicht, ich liebe dich. Er sagte "wir mögen dich, bitte bleib." Das war wenig, aber ehrlich. Wie oft hatte ich die Worte "ich liebe dich" gehört, nur weil sie in meine Muschi stossen wollten, nur weil sie wollten, dass ich ihren Schwanz in den Mund nehme. Ich hätte es nicht geglaubt, wenn er es gesagt hätte aber die Worte "wir mögen dich" glaubte ich. Und so blieb ich. Ich blieb lange, ich blieb bis heute. Aus ...