1. Verlassen und Wiederfinden


    Datum: 15.03.2026, Kategorien: Romantisch

    ... sich gerne und lange mit denjenigen unterhält, die neu in der Runde sind. Susi beachtete er kaum, ja, ließ sie richtig links liegen. Etwas, was ich von ihm nicht kannte. An diesem Tag sprach er lange mit meiner Mutter und wie ich viel später erfahren habe, auch mit meinem Vater. Ich war zwar etwas verwundert über das Verhalten meines Onkels, machte mir aber keine Gedanken darüber.
    
    So vergingen fast die ersten drei Jahre meines Studiums, der erste Abschluss stand kurz bevor. Fast ohne das ich es merkte, veränderte sich mein Verhältnis zu Susanne. Nicht von meiner Seite, nein. Ich liebte diese immer schöner werdende Frau noch genau so wie nach unserem Abi. Nein, fast unmerklich wurden unsere Anrufe, unsere Gespräche kürzer, wusste Susi nicht mehr so viel zu berichten und dann wurden sie seltener und kurz vor den nächsten Semesterferien teilte sie mir fast lapidar mit, dass sie diesmal nicht nach Hause kommen wurde sondern mit einer Kommilitonin nach Frankreich reisen würde. Zwar brachte sie ihr Bedauern zum Ausdruck, dass wir uns dann nicht sehen würden, aber so richtiges Feuer war da nicht drin.
    
    Ich hatte während des Studiums immer stärker und viel mehr Sport betrieben, da bei meiner Größe das viele Sitzen zu Problemen führte und in meinem Sportclub hörte ich dann ein nicht für mich bestimmtes Gespräch teilweise mit, in dem es um meine Susi ging. Der Trainer der Damenhandballmannschaft, in der Susi mal gespielt hatte, erzählte, dass er beim letzten Auswärtsspiel Susi ...
    ... mit einem jungen Mann gesehen hat. Die Szene sei eindeutig gewesen. So benahmen sich nur Leuten, die ein sehr inniges Verhältnis haben.
    
    Es passte Alles zusammen. Susanne hat einen Anderen und aus diesem Grunde ist das Verhältnis zwischen uns abgekühlt. Ich rief sie nicht an. Und es war auch nicht verwunderlich, dass von ihrer Seite kein Versuch der Kontaktaufnahme erfolgte. Nein, sie war auch noch zu feige, mir das persönlich zu sagen.
    
    Nur eine kurze Nachricht bekam ich von ihr.
    
    "Ich habe mich in einen anderen Mann verliebt. Wünsche dir alles Gute. Sei nicht Böse."
    
    Kurz darauf traf ich ihre Mutter, die mich in den Arm nahm und versuchte zu trösten. Susanne und ihr Neuer würden in einem halben Jahr heiraten. Ich war schon vorher ziemlich am Boden. Das brachte mich noch eine Stufe tiefer.
    
    Und ich reagierte mit zwei Sachen. Verstärkte Aktivitäten im Studium, büffeln und noch mal büffeln. Den Abschluss als Bachelor machte ich trotz der seelischen Schmerzen mit recht gutem Ergebnis und ich powerte mich im Sport aus, übertrieb es manchmal und dann kam mein guter Bekannter und Trainer der Kampfsportsektion zu mir und meinte.
    
    "Nils, lass es. Du bist geistig nicht richtig da. Nur Wut und schlimme Gedanken. Gehe weg von hier, von hier, wo dich alles an Susanne erinnert. Hier kommst du nicht zur Ruhe."
    
    Ich sprach erst mit meinen Eltern und dann mit meinem Onkel, in dessen Firma ich eigentlich nach dem Studium anfangen wollte und sollte. In einem sehr emotionalen ...
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