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Verlassen und Wiederfinden
Datum: 15.03.2026, Kategorien: Romantisch
... Gespräch mit meinem Onkel meinte der doch zum Schluss. "Junge, sei froh, dass sie sich ein anderes Opfer gesucht hat. Solche Frauen hat man nie alleine. Sie wird immer mindestens einen in Reserve haben, wenn nicht noch mehr. Glaub mir, so ist es besser." Damit konnte er mich zwar nicht trösten, aber eins machte er. Er riet mir, meine vier Semester bis zum Master nicht hier sondern bei einem ihm persönlich bekannten Professor in Bremen zu studieren. Eine kleine ansprechende und möblierte Wohnung zu ungemein guten Konditionen vermittelte er mir auch noch und so verzog ich mich aus meiner Heimat und ging nach Bremen. Das Studium war ok, anstrengend, aber ok. Die Beziehung meines Onkels zum Professor machten es nicht leichter, denn dadurch stand ich unter ständiger Beobachtung und er forderte mich ganz schön. Von meinen Eltern hörte ich am Ende des ersten Semesters an der Hochschule in Bremen, dass Susanne mit großem Drumherum geheiratet hat. Ihr Mann ist schon Arzt, Doktor, und auch schon etwas älter. Nach Auffassung des Herrn Papa eine gute Partie. Der Abstand zur alten Heimat, aber auch das bestimmt nicht leichte Studium hatte meine Wut über den Verrat abkühlen lassen, aber ich wusste, dass ich sie immer noch liebte. Das Studium war abgeschlossen, der Abschluss als Master steckte in meiner Tasche und ich überlegte, was ich machen sollte. Zurück in die Heimat und in der Firma meines Onkels anfangen, so wie er es für mich vorgesehen hatte oder noch weiter weg ...
... gehen. Ich erinnerte mich, dass einer der internationalen Baukonzerne an der Hochschule nach Absolventen gesucht hat. Ein kurzes Gespräch mit meinem Professor und ich hatte nicht nur die Adresse sondern auch eine Empfehlung. Und es klappte. Die Firma stellte mich ein und zuerst ging es nach Italien, dann nach Deutschland und im vierten Jahr zu einer riesigen Baustelle nach Spanien. Eine wirklich riesige Baustelle für die spanische Armee. Die Unterkunft war ein Hotel, dass die Firma für die Baustellenleitung gemietet hat. So zu sagen All inklusive. Aber auch eine Art von Gefängnis. Die Sicherheitsvorkehrungen waren immens. Die Pläne durften nur in einem bestimmten Raum eingesehen werden und niemals diesen Raum verlassen. Es war schon recht anstrengend, denn draußen auf der Baustelle lief es wie auf jeder großen Baustelle mit all den Problemen und da wäre es schon mal gut gewesen, eine Zeichnung, einen Plan dabei zu haben. Diese Geheimniskrämerei verstand ich nicht, denn die Baustelle und den Baufortschritt konnten Alle einsehen und wer sich mit Air Base nur ein wenig auskannte, wusste bald, dass wir hier nicht für die spanische Armee bauten sondern für die Amis. Aber mir war es eigentlich egal. Ich hatte mir vorgenommen, nach Abschluss der Arbeiten einen längeren Urlaub zu nehmen. Genug Stunden und Resturlaub standen in meinen Papieren und dann wollte ich meine alte Heimat wieder sehen. War ja auch schon lange genug her, dass ich das letzte Mal zu Hause war. Der letzte ...