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Die Abenteuer der Maya Klein 10
Datum: 24.03.2026, Kategorien: Romane und Novellen,
... kann nur schwer darüber hinweggehen." „Und bei mir wäre es was anderes?", fragte Maya erstaunt. „Ich würde es probieren und mir mehr Mühe geben. Du bist ein Mensch, den ich nicht umfassend zum Speien finde. Aber es reicht mir, mit dir zu arbeiten und abzuhängen, keine Sorge." Maya spürte, dass das noch nicht alles war. „Na los!" Die Kollegin zeigte ein breites Grinsen. „Na wenn es bei dir juckt, bin ich gerne diejenige, die dich kratzt! Sag also gerne Bescheid, wenn Saschischatz dich enttäuschen sollte." Sie stand abrupt auf und wandte sich zu Maya um. „Komm! Wir machen uns fein, wie die kleinen Mädchen. Ich habe oben einen Haufen Schicki. Wir stylen uns, machen die Haare schön und ich könnte sie dir auch färben, wenn du magst? Nichts gegen dein Platinblond, aber du schaust immer düster drein wie die Winterkönigin." Tatsächlich konnte sich Maya für eine Veränderung begeistern. Warum nicht mal was Neues? Vielleicht fand sie dadurch etwas Ruhe in ihrem Kopf? „Okay. Zeig mir, was du hast." Melissa hob und senkte im Wechsel ihre Brauen und lächelte. „Wie wäre es mit einer Neonfarbe? Rot, Pink, Grün, Gelb? Severin wäre sicher begeistert und der Luchs ebenfalls." Maya lachte bei der Vorstellung. „Du, ich würde es vorziehen, nicht als Verkehrszeichen rumzulaufen. Wie wäre es mit einem Dunkelbraun? Gewünscht habe ich es mir schon immer, nur getraut habe ich mich nicht." Melissa zeigte sich übertrieben enttäuscht. „Na also eine optische Revolution wird das ...
... nicht, aber meinethalben." Sie lehnte sich zu Maya rüber und pikste ihr mit dem Zeigefinger ihrer rechten Hand in die Seite. „Na dann los, Riesenbaby. Versuchen wir das Unmögliche und hübschen dich auf." „Du bekloppte Kuh!", lachte Maya, raffte sich auf und folgte der Freundin die Treppe hinauf. In der oberen Halbetage gab es drei Zimmer und ein weiteres Bad. Man gelangte vom offenen Flur aus zu den vier Türen, von denen die vorderste zu Melissas Schlafzimmer führte. Ein weiteres war wohl zum Ankleidezimmer und Lagerraum umfunktioniert worden, das dritte ein Gästezimmer. Getrieben von ihrer Neugierde sah sich Maya um. Die Ordentlichste war die junge von Krolm nicht. Trotz dessen sie für ihre Garderobe einen eigenen Raum hatte, lagen ihre Wäschestücke im ganzen Zimmer verteilt, hingen über Stuhllehnen, dem Bettkasten oder auf dem Boden. Hosen, Röcke, Schuhe, Taschen, Klamotten schien die Kollegin im Überfluss zu haben. Melissa störte sich überhaupt nicht an der offensichtlichen Verwirrung ihres Besuchs über das vorherrschende Chaos, räumte die zwei Stühle vor dem Schminktisch frei und verließ anschließend das Zimmer. Maya blickte ihr nach, hörte die Tür des Nachbarzimmers, dann drang lautes Gepolter in den Raum, begleitet von einem heftigen Stoß gegen die Wand. „Kann ich dir helfen?", rief Maya und machte schon einen Schritt auf die Tür zu. „Nein! Komme schon. Normalerweise hole ich mir nur das, was ich brauche." Melissa kam mit zwei schweren weißbraunen ...