1. Die Abenteuer der Maya Klein 10


    Datum: 24.03.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... scheinst du mich nicht gerade attraktiv gefunden zu haben", stellte Maya fest. „Du hast deine Arschlochnummer mir gegenüber ziemlich lange durchgezogen."
    
    Melissa seufzte. „Du hast mich einfach nur überfordert, Türmchen. Einen Menschen wie dich dürfte es eigentlich gar nicht geben. Du wirkst in dieser Welt deplatziert."
    
    Die Worte der Freundin störten Maya sehr. „Wie meinst du das?"
    
    „Du tickst halt völlig anders als die anderen. Jeder wäre stolz und selbstverliebt mit all diesen Gaben und würde sie entsprechend für sich nutzen, du hingegen wirkst fast fad, so normal führst du dich auf. Das hat mich anfangs richtig wütend gemacht. Es kam mir nicht aufrichtig vor. Es hat gedauert, bis ich begriffen habe, dass du wirklich so doof bist und nach einer Normalität suchst, die es für dich nicht geben kann." Melissa drückte Mayas Kopf zurück, nachdem diese sich zu ihr umdrehen wollte. „Halt still! Wir haben es gleich."
    
    „Warum sollte es sie für mich nicht geben? Ich will doch nicht viel. Ein Mann, ein paar Kinder, ein Haus..., das ist doch realistisch, oder nicht?"
    
    Melissa seufzte. „Du brauchst einen besonderen Mann, wirst besondere Kinder haben und brauchst ein Haus, welches zu dir und den deinen passt. Schon mal daran gedacht, wie deine Kinder aussehen werden? Außerdem werden die nächsten Jahre dem Staatsdienst gehören. Ich möchte gar nicht wissen, was los wäre, wenn unsere Superwoman schwanger werden würde."
    
    „Findest du mich wirklich fade?", fragte Maya.
    
    „Nicht ...
    ... immer! Aber du bist schon ein sehr ruhiger Geist. Stört mich aber nicht weiter. Kann nicht jeder so viel Spaß in seinen Backen haben wie ich."
    
    Maya schüttelte ihren Kopf. „Meistens hast du viel Zynismus in deinen Backen."
    
    Ein heiteres Lachen erfüllte den Raum. „Für mich dasselbe."
    
    Das war sie! Maya betrachtete sich verblüfft im Spiegel. Es war irre. Ihr ganzer Gesichtsausdruck schien plötzlich ein anderer zu sein. Sie wirkte rassiger und charismatischer, fand sie. Zumal Melissa sie auch noch aufwendig geschminkt hatte. Dabei hatte sie sich die Zeit genommen, ihr jeden einzelnen Schritt zu erklären. Mit ein wenig Übung würde sie früher oder später ein ähnliches Ergebnis zustande bringen.
    
    „Das schaut fantastisch aus." Maya wandte sich zu Melissa um, welche neben ihr stand und sichtlich zufrieden schien.
    
    „Deine weißen Haare haben auch etwas. So ist es nicht. Aber mir gefällt beides. Zumindest kommt dieser Look der Normalität deutlich näher, welche du dir so wünschst. Schaut schon cool aus. Hast ‚ne geile Mähne jetzt."
    
    Maya betrachtete ihr Gesicht von allen Seiten. Melissa schlug vor, ihr noch die Spitzen zu schneiden, und so entstand schließlich eine richtige Frisur. Immer wieder fand die Freundin kleine Änderungen, welche sie vornehmen wollte.
    
    „Wollen wir noch rausgehen?" Maya wandte sich begeistert zu Melissa um. „Wir könnten noch ein wenig um die Häuser ziehen."
    
    „Echt? Bin eigentlich schon müde. Morgen? Du kannst hier pennen, wenn du magst."
    
    Maya ...
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