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Die Abenteuer der Maya Klein 10
Datum: 24.03.2026, Kategorien: Romane und Novellen,
... kurzer Blick in den Flurspiegel, sie zeigte sich zufrieden. Vor ein paar Wochen noch wäre Sascha auf ein solches Outfit sofort angesprungen. Jetzt sprang er offensichtlich mehr aufs Lernen mit seiner Lerngruppe an. Den Unterricht vorbereiten brauchte sie nicht weiter. Sie würde es bei einer kleinen Einführung und ein paar praktischen Grundübungen belassen. Erst wenn sie die Gruppe kannte und die Teilnehmer einzuschätzen wusste, mochte sie in die Tiefe gehen und mit den Partnerübungen beginnen. Sandra und Lars rechneten eigentlich nicht mehr mit ihr und würden sie längst in Dortmund vermuten. Umso mehr ärgerte es sie, dass Sascha auch heute andere Menschen wichtiger nahm als sie. Saskia! Warum war er mit der Henscheltochter auf einmal befreundet? Wie ging das? Durch einen einzigen gemeinsamen Spaziergang durch Köln? Sie erinnerte sich an ihre Geburtstagsfeier, schon da hatte sich Sascha mit Saskia gut verstanden gehabt. Sie seufzte. Vielleicht war sie einfach durch. Sie hatte gefühlt innerhalb von zwei Wochen mehr erlebt als zuvor in ihrem ganzen Leben. Vielleicht zu viel, um alles zu verarbeiten? Bewusst mochte sie mit allem zurechtkommen, aber das Unterbewusstsein war auch noch da und hier schien es anders zu sein. Die durch ihre Hand getöteten Menschen, der Verlust Hevis und nun auch die Unsicherheit Sascha gegenüber forderten von ihr Tribut. „Komm Hübsche! Machen wir los." Wilma stand schon bereit, die Leine im Maul tragend. Sie wedelte mit dem Schwanz, ...
... welcher dabei immer wieder gegen die Streben der Garderobe schlug. Maya machte sich Sorgen, es wäre nicht das erste Mal, dass die Hündin sich auf diese Weise selbst verletzt hätte. „Beruhige dich, Süße. Du blutest alles voll, wenn du so weitermachst und tust dir weh." Die braunen Augen der Hündin richteten sich jetzt auf die Türklinke. Maya würde diese gleich herunterdrücken und dann würde es losgehen. „Was glaubst du? Erleben wir gleich ein riesiges Abenteuer?" Sie nahm die Leine aus Wilmas Maul, während die Hündin weiter auf die Türklinke starrte und bellte. Sie brachte damit in aller Deutlichkeit ihre Ungeduld zum Ausdruck. Maya schloss das Haus ab, lief den Gartenweg hinunter, öffnete das Tor und ließ Wilma an sich vorbei. Ein kurzer Gruß in die Richtung der wartenden Kollegen, das Tracking an ihrem Handy eingeschaltet, dann befand sie sich schon auf dem Weg in Richtung Park. Zehn Minuten! Es würde knapp werden, wenn sie bei Wolfgangs Kurs noch mitmachen wollte. Vielleicht war es ganz gut, wenn sie auf diese Weise schon einmal ein Verhältnis zu dem Coach und seiner Gruppe aufbaute. Maya entdeckte den Trainer schon von Weitem. Gekleidet in einen blauen Trainingsanzug, war er relativ dick angezogen, was dem kühlen Wetter geschuldet blieb. Immer wieder aufs Neue schien der anbrechende Frühling sich noch einmal schlafen legen zu wollen. Maya band Wilma an einen Baum in der Nähe fest und befahl ihr Platz zu machen. Die Hündin setzte sich sofort und blickte ihr besorgt ...