1. Jeder Anfang ist der Anfang von einem Ende. © Walter Ludin


    Datum: 25.03.2026, Kategorien: Sonstige,

    ... Michael! Ich verspreche es dir! Keiner erfährt das von mir. Niemals!" Sie klang panisch, ihre eigene Reue übermannte sie.
    
    Michael atmete tief durch. "Können wir... können wir darüber unter vier Augen sprechen, Fatma? Vielleicht morgen?"
    
    "Ja! Ja, klar. Wann immer du willst", sagte Fatma erleichtert, dass er überhaupt noch mit ihr sprechen wollte. Sie versprachen sich für den nächsten Tag ein persönliches Gespräch, bei dem Fatma hoffte, ihren Fehler wiedergutmachen zu können. Michael legte auf, seine Gedanken rasten. Die Schwere in seiner Brust war zurück, noch erdrückender als zuvor. Jetzt wusste auch Fatma. Was, wenn sie es jemandem erzählte? Die Vorstellung war unerträglich.
    
    Michaels Verzweiflung und Fatmas Dilemma
    
    Michael und Fatma hatten sich in einem kleinen Café gegenüber der Wohnung von Fatma getroffen, abseits der belebten Hauptstraßen. Die Luft war erfüllt vom Geruch frischen Kaffees und leisen Gemurmel, doch für Michael war es, als stünde die Welt still. Er hatte Fatma um dieses Treffen gebeten, um seine tiefsten Ängste zu teilen - die Ängste, die er nicht einmal mit Tülay vollständig besprechen konnte, aus Angst, sie noch mehr zu belasten.
    
    "Fatma", begann Michael, seine Stimme kaum mehr als ein Flüstern, die Hände fest um seine Kaffeetasse geklammert. "Ich muss wissen... Sehe ich in Tülay's Augen immer noch aus wie ein ernstzunehmender Ehemann? Ein richtiger Mann?" Die Worte waren herausgeplatzt, roh und voller Schmerz. Er wagte kaum, Fatma ...
    ... anzusehen, so groß war die Furcht vor ihrer Antwort.
    
    Fatma sah ihn mitfühlend an. Sie spürte die immense Verletzlichkeit, die in seinen Augen lag, die Verzweiflung, die ihn quälte. Bülents Worte hallten in ihr nach - sei sensibel, sei kein Trampel. Sie atmete tief durch. "Michael, natürlich! Was denkst du denn?" Ihre Stimme war sanft, beruhigend. "Tülay liebt dich mehr als alles andere auf der Welt. Das hat sich nicht geändert. Du bist ihr Ehemann, ihr Partner, ihr Vertrauter. Und daran wird sich auch nichts ändern, nur weil..." Sie zögerte, wählte ihre Worte vorsichtig. "...weil ihr keine Babys auf natürlichem Wege in den Bauch setzen könnt."
    
    Michael nickte langsam, ein winziger Funke Hoffnung in seinen Augen. Doch dann versuchte Fatma, die Situation aufzulockern, und ihre direkte Art kam wieder zum Vorschein, ein wenig unbeholfen. "Wie gut du im Bett bist, weiß ich ja nicht", fügte sie mit einem gezwungenen Lächeln hinzu, "deshalb kann ich dir dazu nichts sagen."
    
    Die zerstörerische Kraft eines "Scherzes"
    
    In Fatmas Ohren klang es vielleicht wie ein Versuch, die düstere Stimmung zu durchbrechen, doch für Michael war es wie ein Schlag ins Gesicht, der die zarte Hoffnung zerschmetterte, die Fatmas erste Worte in ihm geweckt hatten. Er starrte sie an, seine Augen voller Entsetzen, die Farbe wich aus seinem Gesicht.
    
    Der "Scherz" traf ihn ins Mark, direkt in seine tiefste Unsicherheit, die Wunde, die der Arztbericht hinterlassen hatte. Entmannt. Das war das Wort, das in ...
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