-
Jeder Anfang ist der Anfang von einem Ende. © Walter Ludin
Datum: 25.03.2026, Kategorien: Sonstige,
... beide. Fatma arrangierte das Treffen. Als Tülay Bülent traf, wiederholte sie ihre Bedenken bezüglich der sensiblen Themen. Bülent hörte aufmerksam zu, sein Blick ernst. "Tülay", sagte er mit Nachdruck, "du darfst das Thema jetzt erst mal gar nicht bringen. Keines davon. Ich habe mit Michael gesprochen. Er macht sich wirklich große Sorgen, und ich habe das Gefühl, er ist dabei, eine Depression zu bekommen. Mit weiteren Belastungen kann er im Moment wirklich nicht umgehen. Er muss erst einmal mit sich selbst ins Reine kommen. Gib ihm Zeit, sich zu fangen, seine Gefühle zu verarbeiten. Wenn er wieder stabiler ist, dann könnt ihr langsam, ganz langsam, über diese Dinge sprechen." Tülay atmete tief durch. Bülents Worte waren wie eine Bestätigung ihrer eigenen Intuition. Sie fühlte eine tiefe Erleichterung. In Bülent hatte sie nicht nur einen Schwager gefunden, sondern viel mehr: einen echten Abi - einen großen Bruder, der sie verstand und ihr den richtigen Weg wies. Sie war dankbar für seine Weisheit und sein Mitgefühl. Fatmas unbeholfene Entschuldigung und Michaels Schock Einige Tage später versuchte Fatma, Tülay auf dem Festnetztelefon zu erreichen, da sie sie auf ihrem Handy nicht erreichen konnte. Tülay hatte ihr Handy auf lautlos gestellt, als sie sich mit Bülent getroffen hatte, und es schlichtweg vergessen, wieder umzustellen. Das Festnetz klingelte, und Michael ging ran. "Hallo?", sagte Michael, seine Stimme noch immer etwas gedämpft. "Oh, Michael! Hi! ...
... Ähm... ist Tülay da? Ich... ich wollte sie sprechen", stotterte Fatma. Sie war unsicher. Wie sollte sie mit ihm reden? Nach all dem, was sie zu Tülay gesagt hatte, und Bülents Ermahnung... Sie wusste nicht, wie sie das Gespräch beginnen sollte, ohne es noch schlimmer zu machen. Ihre direkte Art, die ihr so oft im Weg stand, hinderte sie jetzt daran, die richtigen Worte zu finden. Michael bemerkte ihr Zögern. "Warum stotterst du so herum, Fatma? Ist alles in Ordnung?" Und dann, in einem Moment der unbeholfenen Aufrichtigkeit, brach es aus Fatma heraus. Die direkte Art, die sie nicht ablegen konnte, die Scham über ihren eigenen Fehler und das tiefe Mitleid mit Michael. "Es... es tut mir so leid, Michael, dass ihr keine Kinder bekommen könnt. Und dass du diese Probleme hast... Das ist doch voll unglücklich." Ein eisiger Schauer lief Michael über den Rücken. Seine Augen weiteten sich vor Schock. Das war es also. Fatma wusste Bescheid. Und sie hatte es ausgesprochen. Öffentlich. Er hatte gehofft, dass es ein Geheimnis zwischen ihm und Tülay bleiben würde, zumindest für den Moment. Diese Erkenntnis traf ihn wie ein unerwarteter Schlag. "Fatma", sagte Michael, seine Stimme kaum mehr als ein Flüstern, die Angst, dass andere es hören könnten, übermannte ihn, "bitte... bitte behalte das für dich. Versprich es mir." Fatma spürte sofort, dass sie einen großen Fehler gemacht hatte. Wieder einmal hatte ihre Direktheit mehr Schaden angerichtet als Gutes getan. "Ja! Ja, natürlich, ...