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Jeder Anfang ist der Anfang von einem Ende. © Walter Ludin
Datum: 25.03.2026, Kategorien: Sonstige,
... wollte. Die Worte, die er jetzt hörte, waren ein Schlag in seine naive, egozentrische Welt. Er hatte sich selbst belogen, sich eingeredet, Fatma würde ihn wollen. Die Wahrheit war viel grausamer. Er hatte sie vergewaltigt. Der Schock saß tief. Michael, der immer so oberflächlich und selbstverliebt gewesen war, sah sich plötzlich mit der vollen Härte seiner Tat konfrontiert. Er hatte geglaubt, ein kleiner, harmloser Flirt, ein unkontrollierter Ausrutscher. Doch die Polizei belehrte ihn eines Besseren. Er hatte einen Menschen manipuliert, seiner Freiheit beraubt. Und er, Michael, der sich immer für den charmanten Herzensbrecher gehalten hatte, war in Wahrheit ein Täter. Die Vorstellung, dass er ein solches Verbrechen begangen hatte, war für sein eigenes Selbstbild unerträglich. Er sagte der Polizei zu, alles über diese Herren im Fußballverein auszusagen, die ihm die Tablette gegeben hatten. Er würde sie dingfest machen. "Ich lehne so etwas total ab", sagte er, seine Stimme war belegt von Abscheu. "Ich hatte mich zwar gewundert, dass sie mich so einfach an sich rangelassen hatte, aber ich war so froh, dass ich mir darüber keine weiteren Gedanken gemacht hatte." Eine naive, verblüffende Ehrlichkeit in seiner Scham. Er hatte es einfach gewollt und die Zeichen fehlinterpretiert - oder besser gesagt, ignoriert. Der Anruf aus der Zelle und Fatmas Zerrissenheit Die Polizei nahm seine Aussage auf. Er wurde dem Staatsanwalt vorgeführt und ins Gefängnis überführt. Eine ...
... Zelle. Das kalte Eisen der Gitterstäbe. Die Realität seiner Situation traf ihn mit voller Wucht. Er bat um ein Telefonat, was ihm genehmigt wurde. Er rief nicht etwa einen Anwalt an, nein, seine Finger wählten Fatmas Nummer, die er auswendig kannte. Ein letzter, verzweifelter Versuch, sich zu erklären, sich zu entlasten, eine letzte Verbindung zu dem Menschen, den er so schrecklich verletzt hatte. Sie ging auch ran. Ihre Stimme klang angespannt. "Fatma, ich muss dich kurz sprechen", sagte Michael, seine Stimme war belegt, zitternd. "Du sollst mir nur zuhören." Fatma wollte auflegen. Der Anruf war das Letzte, was sie jetzt brauchte, nachdem Bülent ihr gerade die Scheidung angekündigt hatte. "Du Arsch!", hätte sie am liebsten geschrien. Doch dann kam Michaels nächste Worte, und sie hielt inne. "Ich wurde festgenommen", sagte er, und seine Stimme brach. "Weil ich ein Mittel benutzt habe, was deinen Willen vollkommen unterdrückte. Fatma, ich habe es nicht gewusst! Ich habe die ganze Zeit gedacht, dass meine unnahbare Schwägerin mich tatsächlich gewollt hätte!" Er fing an zu weinen, hemmungslos, ein schluchzendes Geräusch, das Fatma nicht mehr auflegen ließ. Sie hörte ihm zu, gefangen zwischen Abscheu und einer seltsamen Art von Mitleid, die sie nicht zulassen wollte. Er versuchte ihr zu erklären, wie er zu diesem Mittel gekommen war. Ja, er wollte sie etwas lockerer machen, ja, er hatte die Wirkung gewollt, aber nicht so. "Das musst du mir glauben, Fatma, das wäre mir das ...