1. Jeder Anfang ist der Anfang von einem Ende. © Walter Ludin


    Datum: 25.03.2026, Kategorien: Sonstige,

    ... Wichtigste." Seine Stimme flehte. Er wusste, dass Tülay ihn jetzt bestimmt nicht mal mehr mit ihrem Arsch angucken würde. Bülent wäre bestimmt noch wütender auf ihn, was er vollkommen verstehen konnte. Aber egal, ihm wäre es nur wichtig, dass sie es ihm glaubt, dass er sie wirklich nicht so haben wollte.
    
    Fatma sagte immer noch nichts. Die Stille am anderen Ende der Leitung war quälend. Michael verstand sie so, dass sie darüber nachdachte, dass vielleicht ein kleiner Funke Verständnis, ein Funken Glauben in ihr keimte. "Ich habe keine Klamotten hier, kein Cent und auch keinen Anwalt", sagte Michael, seine Stimme war verzweifelt. "Ich wüsste im Moment nicht, wen ich um Hilfe bitten könnte." Da legte Fatma auf.
    
    Fatmas innere Zerrissenheit und die Last des Kindes
    
    Fatma indes kämpfte weiter mit ihren quälenden Eindrücken. Ihre Familie, die sie so sehr liebte, zerbrach vor ihren Augen. Das Kind in ihrem Bauch, das gleichzeitig ein Wunder und eine Bürde war. Sie dachte an die Kinder, Melissa und den Kleinen, die bald ohne ihren Vater aufwachsen würden. Und dann dachte sie wieder an Bülent, den Mann, den sie liebte, der ihr eine Chance gegeben hatte, bevor alles wieder zusammenbrach. Sie konnte ihn verstehen, seine Entscheidung. Ein Kind von Michael. Der Ekel, der sie überkam, wenn sie daran dachte, dass Michael der Vater war, war unerträglich.
    
    Sie zitterte vor Aufregung. Was für ein Arsch! Er missbraucht sie, schwängert sie und will noch Hilfe von ihr? Die Wut kochte in ...
    ... ihr hoch, heiß und unkontrollierbar. Wie konnte er nur so dreist sein?
    
    Dann fiel ihr ein, dass er von der Schwangerschaft sicher nichts wusste. Ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken. Das sollte auch so bleiben. Er durfte es nicht erfahren. Dieses Kind war ihre Bürde, ihre Scham, aber auch ihr Fleisch und Blut. Sie musste es vor ihm schützen, vor diesem Mann, der ihr so viel Leid zugefügt hatte.
    
    Die Unsicherheit, ob sie Michael von der Schwangerschaft erzählen musste, nagte an ihr. Es war schließlich sein Kind. Doch der Gedanke, ihm diesen Anspruch zu geben, nachdem er ihr so viel Leid angetan hatte, war unerträglich. Sie schloss die Augen, versuchte, die Gedanken zu unterdrücken, aber es war vergeblich. Die Zukunft war ein dunkler, undurchdringlicher Schleier, und sie hatte keine Ahnung, wie sie ihn lüften sollte.
    
    Sie erinnerte sich an die Worte von Bülent, seine Entschlossenheit, seine endgültige Entscheidung. "Ich kann das Kind von Michael in deinem Bauch nicht überwinden." Sie erinnerte sich und träumte von ihm, von der Zeit, als ihre Ehe intakt war, als sie sich sicher und geliebt fühlte. Die Bilder verschwammen mit der schmerzhaften Realität, dass sie ihn verloren hatte.
    
    Plötzlich wurde sie unsicher. Eine nagende Frage in ihrem Kopf. Musste sie es ihm nicht doch mitteilen? Es war schließlich auch sein Kind. Ein unschuldiger Fötus, der nichts für die Umstände seiner Zeugung konnte. War es moralisch vertretbar, ihm das zu verheimlichen? Nein, sie wehrte ...
«12...424344...69»