1. Jeder Anfang ist der Anfang von einem Ende. © Walter Ludin


    Datum: 25.03.2026, Kategorien: Sonstige,

    ... Michael finden und ihn fragen, wie er es wagen konnte. Wie konnte er nur so berechnend sein? Eine Droge? Für seine Potenz? Was für eine kranke Rechtfertigung war das denn?
    
    Er wollte seine Potenz beweisen, während ich jahrelang meine Seele für ein Kind verkauft hätte! Und er tut so etwas mit meiner Schwester, die jahrelang an unserer Seite gelitten hat, weil wir keine Kinder bekommen konnten. Und jetzt, wo er so etwas Schreckliches getan hat, wird er auf einmal Vater? Die Ironie war so bitter, dass sie mir den Magen umdrehte.
    
    Und Fatma. Meine arme, zerbrechliche Fatma. Was musste sie durchmachen? Das Grauen der Tat, die Erniedrigung. Und jetzt die Schwangerschaft. Ein Kind, das sie vielleicht nicht wollte, das sie immer an diesen Albtraum erinnern würde. Ein Kind, das von Michael war. Wie sollte sie damit leben? Wie sollte ich damit leben? Wie konnte ich sie ansehen, ohne an das zu denken, was geschehen war? Ich machte mir so große Sorgen um sie. Würde sie jemals wieder glücklich sein können? Würde sie jemals wieder vertrauen können?
    
    Bülent. Er war am Telefon, seine Stimme von unendlichem Leid gezeichnet. Er hatte seine Frau geliebt, hatte ihr verziehen, war bereit, mit ihr neu anzufangen. Und dann diese Nachricht. Nicht nur der Verrat von Michael, sondern auch die Gewissheit, dass das Kind in Fatmas Bauch nicht seins war. Bülent, der wie ein großer Bruder für mich war, der mich immer beschützt hatte, war nun selbst ein Opfer. Er hatte Michael angezeigt. ...
    ... Richtig so. Er musste dafür bezahlen. Aber diese Anzeige würde nicht den Schmerz heilen, den er jetzt fühlte.
    
    "Darf ich... darf ich im Gästezimmer schlafen, Tülay?" Seine Frage war leise, fast flehend. Es war ein Zeichen des Scheiterns, ein Eingeständnis ihrer zerbrochenen Ehe, und doch... ein kleines Fünkchen Hoffnung. Wenn er hier war, dann waren wir nicht allein. Dann konnten wir vielleicht, auch wenn alles zerbrochen war, uns gegenseitig stützen. "Ja, natürlich, Bülent," presste ich hervor. Auch wenn es kein gutes Zeichen war, freute es mich in diesem Moment unendlich. Wir waren Verbündete in diesem Albtraum.
    
    Und die Kinder. Melissa und ihr Bruder. Michaels Nichte und Neffe. Wie würde sich das auf sie auswirken? Würden sie es irgendwann erfahren? Würde ihr Leben für immer von diesem dunklen Schatten überschattet werden? Ich sah sie vor meinem inneren Auge, ihre unschuldigen Gesichter, und ein Stich der Angst durchfuhr mich. Ich wollte sie beschützen, aber ich wusste nicht, wie. Michael war weg. Im Gefängnis.
    
    Eine kleine, boshafte Genugtuung durchzuckte mich. Er hatte bekommen, was er verdiente. Aber diese Genugtuung war nur ein winziger Funke in dem Inferno aus Gefühlen, das in mir wütete.
    
    Ich dachte an Michael. Den Michael, den ich zu kennen glaubte. Den Michael, der mich zum Lachen brachte, der mir bei Kummer die Hand hielt. Konnte dieser Mann wirklich so ein Monster sein? Oder hatte diese Droge ihn so sehr verändert? Diese Droge, die Fatma willenlos gemacht ...
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