1. Jeder Anfang ist der Anfang von einem Ende. © Walter Ludin


    Datum: 25.03.2026, Kategorien: Sonstige,

    ... willenlos? Nein. Ganz sicher nicht. Das war nicht in meinem Sinne. Ich wollte die Kontrolle behalten, wollte, dass sie mich will, dass sie mich geil findet. Nicht so. Nie so.
    
    Fatma. Die unnahbare, wunderschöne Schwester meiner Frau. Ich erinnerte mich an diesen Tag am Strand, vor Jahren. Melissa hatte sich an Fatmas Bikinitop festgehalten, und für einen Augenblick hatte ich ihren Busen gesehen. Nur einen Wimpernschlag lang, sie hatte ihr Bikini sofort gerichtet, ihre Augenbrauen hochgezogen, leicht irritiert. Aber dieser Anblick. Dieser leckere Anblick. Ich hatte ihn nie wieder vergessen können. Er hatte sich eingebrannt, dieses kleine Geheimnis, das nur ich kannte.
    
    Aber das war nicht der eigentliche Grund für das, was passiert ist. Nein. Ich wollte mich beweisen. Es war dieser verfluchte Arzttermin gewesen, dieser Schock, diese Gewissheit, dass ich nicht zeugen konnte. Dass meine Spermien nicht ausreichten. Michael, der Mann, der keine Kinder zeugen kann. Diese Schande. Ich wollte mir beweisen, dass ich es noch draufhatte. Dass ich eine Frau ficken konnte, bis sie reihenweise Orgasmen hatte.
    
    Dass ich ein Mann war, der begehrt wurde, der Frauen in den Wahnsinn treiben konnte. Ich war doch immer stolz auf meine Männlichkeit gewesen. Und dann diese Diagnose.
    
    Aber nicht an einer willenlosen Frau. Das wollte ich nicht. Niemals. Ich wollte das Feuer in ihren Augen sehen, die Gier. Ich wollte ihre Schreie hören, ihre Lust. Und jetzt? Jetzt machte ich mir ernste ...
    ... Gedanken. Bitterernste.
    
    Es tat mir leid. Es tat mir wirklich, wirklich leid. Fatma. Ich verehrte sie doch. Ihre Art, ihr Lachen, wie sie sich um alle kümmerte. Ich hätte ihr niemals so etwas antun wollen. Niemals mit Absicht. Mein Stolz, meine bescheuerte Idee, meine Potenz zu beweisen - sie waren nichts wert. Gar nichts. Denn sie hatte mich nicht wirklich gewollt. Sie hatte keine Chance gehabt, sich zu entscheiden. Ich hatte es ihr in den Kaffee getan. Im Café, als sie nicht darauf achtete. Sie war in ihrem Element gewesen, leicht arrogant vielleicht, ja, aber immer die Gute. Die, die nur das Beste wollte. Auch für mich, der keine Kinder bekommen konnte. Das machte es nur noch schlimmer.
    
    Dieses Gefängnis hier. Es war eine ganz neue Erfahrung. Eine beschissene Erfahrung. Die Mithäftlinge. Sie hatten mich gefragt, warum ich hier war. Und ich, der Idiot, hatte natürlich gesagt, ich sei unschuldig. Das war das Erste, was mir eingefallen war. Ich hatte gehofft, auf Verständnis zu stoßen. Aber sie hatten nur gelacht. Alle. Ein lautes, spottendes Gelächter. "U-unschuldig, klar, Junge, sind wir alle." Das war ein Stich. Ich bin doch unschuldig! Zumindest teilweise. Ich hatte versucht, Fatmas großes Herz anzusprechen.
    
    Ich hatte keine andere Wahl. Mir stand niemand zur Seite. Tülay... Tülay würde mich jetzt nicht mal mehr mit ihrem Arsch angucken, das wusste ich. Ich konnte mir vorstellen, wie ihr Gesicht aussah, wie ihre Lippen zu einem schmalen Strich gepresst waren, wie sie mich ...
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