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Im Gebirge
Datum: 28.03.2026, Kategorien: CMNF
... fragte, ob sich das Gespräch verschieben ließe. Etwas enttäuscht stimmte Michael zu. Am Montag steigerte sich seine Laune aber wieder, da der neue Termin für den heutigen Abend ausgemacht war. Michael benutzte Parfum und achtete morgens mehr als sonst auf seine Kleidungsauswahl und das Rasieren. Sein Vorhaben, auf der Arbeit weniger zu machen, hatte Probleme geschaffen, um die er sich heute kümmern musste. Es schien ein längerer Arbeitstag zu werden und so fragte er Pia gegen 18 Uhr, ob sie das Treffen vom eigentlich ausgewählten Restaurant in sein Büro verlegen könnten. Gegen 20 Uhr erschien Pia vor dem Bürogebäude. Es wirkte von außen modern, aber auch auf dem Boden geblieben, mit großen Fensterscheiben, die von einer glatten Betonfassade umgeben waren. Sie klingelte. Nach kurzer Zeit erschien Michael in der Tür und öffnete sie. Er hatte eher kurze, braune Haare und blaue Augen. Erste Falten zeichneten sich in seinem Gesicht ab, aber er wirkte gut gepflegt und nicht wie jemand, der sich seit Jahren gehen ließ. Anscheinend war er alleine hier. War es wirklich eine gute Idee, sich darauf einzulassen? Körperlich war er ihr mit ihrer zierlichen Figur und ihren 1,65 Metern deutlich überlegen. Andererseits hatte sie mehr als genug Informationen über ihn. Seine Nummer, seinen Beruf, seine Firma. Sie trat hinter ihm in das Bürogebäude und sie gingen ein paar Etagen nach oben. Im Büro angekommen, eröffnete Michael das Gespräch: „Ich habe noch nicht zu Abend ...
... gegessen. Möchtest du auch etwas bestellen? Der Lieferdienst braucht meistens nicht mehr als 10–20 Minuten hierher.“ Michael deutete auf seinen PC. „Gerne.“, Pia setzte sich an den PC und bestellte eine große Margherita. „Du studierst Kunstgeschichte?“, fragte Michael, sichtlich um einen Gesprächseinstieg bemüht. „Ja, im zweiten Semester. Ich schaue schon seit längerer Zeit nach einem Nebenjob in einer Galerie oder so, aber habe noch nichts gefunden.“ Michael nickte. „Ich sage dir besser erstmal, was ich geplant habe. Es ist mein erster richtiger Urlaub seit langem. Früher bin ich gerne in die Berge gefahren und das möchte ich auch gerne wieder tun. Wir wandern in einem Nationalpark in Italien. Wir fahren mit meinem Auto und wechseln uns beim Fahren ab. Einen Führerschein hast du?“ Pia nickte. Sie hatte ihn nach ihrem Abi gemacht. Seitdem ist sie aber nicht mehr viel gefahren. „Perfekt. Nach der Ankunft wandern wir dann nur ein paar Stunden zu einer alten Jagdhütte und bleiben dort. Am nächsten Tag folgt eine längere Wanderung zu einem Hochtal, wo wir im Zelt übernachten werden, und am letzten Tag steigen wir wieder ab und fahren dann wieder abwechselnd zurück.“ Pia dachte kurz nach. Sie war noch nie wandern und jetzt alleine mit einem Typ, der etwa doppelt so alt war wie sie? Er wirkte nett, korrekt, aber eine Nacht mit ihm im Zelt? Alleine? Sie hatte keine Angst, aber Gedanken, dass das nicht gut enden könnte. Teilweise schien es auch so, als hätte er noch andere ...