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Lea und Niko - Das Experiment (Kapitel 7)
Datum: 11.04.2026, Kategorien: Voyeurismus / Exhibitionismus
... diese zwei Menschen nicht nur flüchtige Erscheinungen waren. „Glaubst du, Mara schickt jemanden, um uns zu beobachten?“, fragte sie, als sie gemeinsam den Jungfernstieg überquerten. Ihre Haut prickelte unter der Sonne – ob vor Wärme oder Nervosität, war nicht eindeutig zu sagen. „Ich glaube, Mara vertraut auf Hamburg“, antwortete Niko trocken. „Die Stadt sorgt schon für genug Herausforderungen.“ Wie zur Bestätigung hielt am nächsten Zebrastreifen ein silberner Kombi mit der Aufschrift Bezirksamt Hamburg-Mitte . Zwei Männer stiegen aus, Mitte 50, beide mit Jackett und ernstem Gesichtsausdruck. Keine Uniform, aber das Auftreten war eindeutig: Hier ging es nicht um ein freundliches Gespräch. „Einmal stehen bleiben bitte“, sagte der ältere der beiden Männer, während er sich eine Art Dienstausweis um den Hals hing. Lea stockte. „Ist was passiert?“ „Sie beide laufen nackt durch den öffentlichen Raum“, erklärte der zweite Beamte. „Das verstößt gegen §118 des Ordnungswidrigkeitengesetzes. Belästigung der Allgemeinheit.“ Niko hob die Hände in ruhiger Geste. „Wir sind Teil eines künstlerischen Projekts. Da gibt es sogar eine Anmeldung. Kulturförderung.“ Die Beamten wechselten Blicke. „Künstlerisches Projekt oder nicht – es gibt Grenzen. Auch in Hamburg.“ Lea atmete tief durch. „Wir treten auf Einladung von Kuratoren auf. Es gibt Kooperationsverträge, auch mit der Universität. Wir sind Teil einer Studie zur Körperwahrnehmung. Hier – wir haben ein ...
... Schreiben dabei.“ Sie griff in die kleine Umhängetasche, die sie am Gürtel trug – die einzige „Kleidung“, die Mara ihnen erlaubt hatte. Ein laminiertes Dokument kam zum Vorschein, mit Stempeln, Logos und sogar Unterschriften. Alles wirkte offiziell. Was es, zum Glück, auch war. Die Beamten schienen für einen Moment verunsichert. Dann seufzte der ältere: „Wir nehmen das zu Protokoll. Sollte sich jemand beschweren, werden wir Sie kontaktieren. Aber ziehen Sie bitte in Betracht, wenigstens eine Art Hinweis zu tragen. Schild, Button, was auch immer. Für den ersten Moment wirkt das auf Passanten irritierend.“ „Irritierend ist noch freundlich formuliert“, murmelte sein Kollege. Nach einer eher gezwungenen Verabschiedung ließen die Beamten sie weiterziehen. Lea sah Niko an. „Das war... knapp.“ „Und verdammt bürokratisch.“ „Vielleicht sollten wir uns echt ein Schild um den Hals hängen. 'Achtung, wir sind Kunst'.“ Niko grinste. „Oder: 'Bitte nicht füttern'.“ Als sie kurz darauf durch die großen, modernen Glastüren der Zentralbibliothek traten, war es wieder stiller. Kälter. Und leerer – zumindest schien es so. Dafür sprach die Atmosphäre eine andere Sprache: konzentriert, diszipliniert, regelbewusst. „Glaubst du, das hier war eine gute Idee?“, flüsterte Lea. Niko zuckte mit den Schultern. „Wenn wir heute schon in der Kunsthalle waren, ist die Bibliothek fast... Wellness.“ „Bis sie uns rausschmeißen.“ Und tatsächlich: Die erste Person, die sie wahrnahm, war ...