1. Ein Herbstspaziergang


    Datum: 07.05.2026, Kategorien: 1 auf 1,

    Ein Spaziergang im Herbst...
    
    Kapitel 1
    
    Es war im Spätherbst, ein trüber Novembertag, ich saß in meinem Home-Office und telefonierte mit einem Kunden. Home-Office hat einige Vorteile, aber ich vermisse auch den regelmäßigen Kontakt mit den Kollegen und Kolleginnen. Thorsten war der Inhaber unseres Ingenieurbüros. Ein guter Chef und Kumpel. Er hat mich damals in die Firma geholt und ich halte auch 10% der Gesellschaftsanteile. Ich bin verantwortlich für Großprojekte und neue Entwicklungen. Dann ist da noch die dralle Gabi, ein blondes Luder mit ordentlich Holz vor der Hütte, sie ist quasi die Mutter der Kompanie und behält immer den Überblick. Die kleine Sophie, ein kleiner rothaariger Teufel. Irgendwie eine Süße, sie kümmert sich um die Zuarbeiten und ist noch nicht so lange da. Frank ist verantwortlich für Automatisation, ein richtiger Fuchs. Er ist auch ganz unterhaltsam, wobei seine Witze oft unter der Gürtellinie sind. Und Thorsten kann sich auf uns verlassen, wir stemmen so manches Projekt. Egal, was da kommt.
    
    Es war Mittagszeit und so beschloss ich, da es gerade mal nicht regnete, spazieren zu gehen, vorher noch schnell einen Kaffee zapfen und dann nichts wie raus!
    
    Ich ging in das kleine Wäldchen in der Nähe meiner Wohnung, herrlich diese Ruhe und keine Menschenseele unterwegs. Nach einer Weile spürte ich, das ich dringend pinkeln musste. Also suchte ich mir einen Baum aus und stellte mich so, dass ich es die Böschung hinab laufen lassen konnte. Das tat gut, ...
    ... eine richtige Erleichterung. Plötzlich sah ich ein paar Bäume weiter einen ordentlichen Strahl ebenfalls die Böschung hinab rauschen. Ah, ein Leidensgenosse schoss es mir durch den Kopf.
    
    Schnell zog ich den Reißverschluss hoch und sortierte meine Kleidung. Ging auf den Weg zurück. Geschafft, dachte ich so bei mir als ich hinter mir eine hellere Stimme hörte. Ich kann weiter als du pinkeln, G e w o n n e n! Ich drehte mich um und zu meinem Erstaunen stand da eine Frau, ca. 175 cm groß, das Alter konnte ich nicht genau definieren, auf alle Fälle jünger als ich, Kastanienbraune Haare, schulterlang. Sie trug eine grüne-braune Jacke, einen dunkelgrünen Rock bis über die Knie und hohe braune Stiefel.
    
    Hallo sagte ich und winkte, entschuldigen Sie aber der Kaffee treibt doch immer sehr bei mir.
    
    Sie antwortete zunächst nicht und kam auf mich zu. Hallo sagte sie, ich bin Marion. So allein unterwegs? Fragte sie. Ja, antwortete ich, Mittagspause und ein wenig frische Luft schnappen. Ich bin übrigens Lars. Hallo Lars flötete sie und ich kann weiter, als du pinkeln. Das hatte ich wohl bemerkt, wollte aber nicht direkt darauf eingehen. Ja schön, antwortete ich und meinte dann, ich muss dann mal weiter. Sollen wir eine Stück zusammen gehen, ist sonst langweilig, fragte Marion. Ja, wegen mir, muss aber gleich wieder ins Büro arbeiteten, entgegnete ich. Ich habe nämlich Home-Office-Tag und meine Wohnung ist gar nicht weit von hier. OK, ich begleite dich ein Stück, entgegnete Marion, ...
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