1. Lynette sieht Schwarz


    Datum: 09.05.2026, Kategorien: Verschiedene Rassen

    ... höflich zurück und musste schmunzeln.
    
    Allem Anschein nach schien sich Mr. Jawara höchstpersönlich um ihren Getränkewunsch zu kümmern, denn Lynette hörte ihn nebenan hantieren. Personal hatte sie bislang noch keines zu Gesicht bekommen, was einigermaßen verwunderte, denn Leute dieses Schlages umgaben sich eigentlich gern mit dienstbaren Geistern. Aber dafür hatte sie der erste Eindruck nicht getäuscht, denn ihr Kunde war nicht nur attraktiv, sondern schien tatsächlich auch ein netter Mann zu sein.
    
    "Miss Hendricksen?"
    
    Die Stimme von Mr. Jawara riss sie aus ihren verträumten Gedanken. Ihr Auftraggeber stand mit einem Tablett bewaffnet am Fuß der Treppe und ließ lächelnd seine weißen Zahnreihen aufblitzen. Er bedeutete ihr mit einer Kopfbewegung mitzukommen und stieg langsam die Stufen hoch. Lynette nickte und folgte ihm langsam nach. Sie ahnte, wohin sie jetzt gehen würden.
    
    Ein Duftschwall aus Schweiß und Deo entstieg seinem Körper und strömte in ihre Nase. Egal, ob das nun der Hitze des Tages und dem vielleicht zuvor betriebenem Sport geschuldet war: Lynette liebte es, wenn Männer nach richtigen Kerlen rochen und dieser Mr. Jawara duftete ziemlich eindeutig danach.
    
    Außerdem klebte der Blick ihrer Augen ein wenig lüstern auf den festen Hinterbacken, die sich unter seiner Jogginghose abzeichneten. Sie genoss deshalb jeden einzelnen seiner Schritte stufenaufwärts und war ein wenig enttäuscht, als sie oben ankamen.
    
    Galant wie ein Butler öffnete er eine Tür und ...
    ... ließ sie eintreten. Gleich darauf stand Lynette in einem alten Arbeitszimmer, das im Skønvirkestil eingerichtet war, und sie befand es als wunderschön. Aber so würde es nicht bleiben, denn sie erkannte es sofort als den Raum, den Mr. Jawara um- und ausbauen lassen wollte.
    
    Ihr Auftraggeber kredenzte ihr das Wasser und setzte sich dann erwartungsvoll in einen der gepolsterten Sessel. Lynette nahm einen großen Schluck, um die aufkommende Nervosität hinunterzuspülen. Dann öffnete sie die Unterlagenmappe, entnahm die vorab ausgearbeiteten Vorschläge und machte sich dann, nach ein wenig belanglosem Smalltalk, ans Werk.
    
    Ihr Englisch holperte zwar etwas, was wohl an der Aufregung lag, doch nach ein paar Minuten hatte sie sich gefangen und Lynette quasselte, als ob sie, statt in Odense, auf der britischen Insel geboren wäre.
    
    Bald war Miss Hendricksen voller Leidenschaft in ihrer Arbeit aufgegangen. Ihre Vorschläge, den geplanten Umbau betreffend, sahen nämlich vor, die Charakteristik des alten Stils in diesem Raum zu bewahren und das Moderne nur so weit einfließen zu lassen, wie es eben nötig war. Es war eine architektonische Herausforderung, aber gerade deswegen war sie Innenarchitektin geworden.
    
    Also gab sie sich Mühe und Feingefühl, um ihren Auftraggeber davon zu überzeugen, aber je länger sie redete und erklärte, umso unsicherer wurde sie. Denn Mr. Jawara nickte zwar dann und wann, aber irgendwie schien er trotzdem nicht sonderlich gefesselt von ihren Ausführungen zu ...
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