1. Planet der Scharfen 16


    Datum: 20.05.2026, Kategorien: Sci-Fi & Fantasy,

    ... Knirschen im Gletscher und Max ruft: «Weg vom Gletscher! Er kalbt!»
    
    Max muss sehr in Eile sein, denn er hat sich nicht die Zeit genommen, sich auf Scharfisch auszudrücken, obschon ihn das nur den Bruchteil einer Sekunde gekostet hätte. Ich renne los und lege die etwa zwanzig Meter zu den Frauen in wenigen weiten Sprüngen zurück. Aldo folgt mir ebenso schnell.
    
    Wir finden die beiden Frauen unter einem Eisklotz begraben, den wir aber dank Bärenkräften ohne weiteres beiseiteschaffen können. Nicole steht sofort auf und versichert uns, dass sie sich unversehrt fühlt, aber Vera ist ohne Bewusstsein. Nicole fühlt ihren Puls: «Den Sternen sei Dank! Vera lebt!»
    
    Ich fackle nicht lange: «Max, das Beiboot, Robine an Bord. Jetzt!»
    
    Ich kann mir vorstellen, was passiert. Das Beiboot hat einen Durchmesser von fünfzig Metern, kann von einem Moment auf den nächsten aus dem Schiff katapultiert werden und besitzt ein Beschleunigungsvermögen wie eine Rakete, denn esist eine Rakete, wenn auch eine mit Kugelform. Es kann sich mit wahnwitziger Geschwindigkeit durch eine Lufthülle bewegen, weil es einen Prallschirm besitzt. Eine herkömmliche Rakete würde von der Reibungshitze verglühen.
    
    In diesem Fall ist aber entscheidend, dass das Boot einen Transmitter an Bord hat. Bis Robine im Transmitterraum des Mutterschiffes eintrifft, hat das Beiboot dieses längst verlassen und beschleunigt. Die Androidin kommt gewissermassen per Transmitter nach.
    
    Von all dem sehen und hören wir nichts. ...
    ... Das Erste, was wir hören, ist ein Knall. Der entsteht, wenn das Beiboot beim Abbremsen genau Schallgeschwindigkeit erreicht, dann folgt eine Art Zischen, hervorgerufen durch den Partikelstrom des bremsenden Triebwerkes, der auf die Luftmoleküle trifft und diese ionisiert. Den Abschluss bildet ein Plopp, wenn das Beiboot stillsteht und der Partikelstrahl erlischt. Jetzt stürzt die Luft in das entstandene Vakuum.
    
    Sogar im dreissigsten Jahrhundert aufgewachsene Menschen erschrecken, wenn sie das zum ersten Mal und unvorbereitet erleben. Das sieht aus wie ein Meteor, der sich verkehrtherum bewegt, dann steht das Boot über einem. Allein das ist ein furchteinflössender Anblick. Das Ding ist beinahe dreissig Mal höher als ein menschlicher Körper, weist das zigtausendfache Volumen auf und wirkt auf den Betrachter, wie wenn es gleich herunterfallen würde. Das täte es auch, wären da nicht die unsichtbaren Antigrav-Antriebe.
    
    Tatsächlich senkt sich das Ungetüm bis auf etwa zwölf Meter herunter. So weit reicht der Zentrallift, der nun seinen Rüssel absenkt. Robine kommt heraus, hebt Vera hoch und verschwindet wieder im Lift. Sie kann sich mit ihren Roboterbeinen abstossen und durch die schwerelose Röhre hochschiessen, sich im Flug drehen, den Aufprall mit den Füssen abfedern, sich immer noch schwerelos wieder drehen und in einem Zug aus dem Lift schweben, sodass sie mit den Füssen auf dem Hauptdeck landet. Gleich nebenan befindet sich die Medic-Station. Die gesamte Konstruktion ist ...
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