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Planet der Scharfen 16
Datum: 20.05.2026, Kategorien: Sci-Fi & Fantasy,
... Seebären und bärenstarke Schmiede so attraktiv finde? Zu meiner Überraschung antwortet mein Körper mit einem Konzept, an das ich nicht oft denke, aber durchaus kenne. Mit Worten könnte man es so beschreiben: Bei diesen Männern darf man die Sau rauslassen! Stimmt. Normalerweise halte ich mich etwas zurück. Ich will mir ja keinen Ruf als Raufbold zulegen. Es genügt, dass ich in jungen Jahren bei den Jungs in dem Ruf stand, dass mit mir nicht gut Kirschen zu essen sei, und dass sie mich hinter vorgehaltener Hand schon mal 'Schlägerbraut' nannten. Diese wilden Jahre sind zwar vorbei, aber geblieben ist eine gewisse unterschwellige Lust auf kräftigen, dominanten Sex, und die wird natürlich durch Naturburschen wie Aldo geweckt. Dann ist da noch ein anderer Gedanke, der mich nach wie vor beschäftigt. Vera hat gefragt, ob die Schafe uns wie unsere Körper gehorchen. Ich habe ihr geantwortet, dass ich das nicht 'gehorchen' nennen würde. Das töne nicht schön. Eigentlich hätte ich ja sagen wollen, was mich an dem Wort stört, nämlich die Konnotation eines Zwanges, aber ich kenne kein scharfisches Wort für 'Zwang'. Ich murmle in unserer Sprache: «Max, unter uns! Kennst Du ein scharfisches Wort für 'Zwang'?» So kann keiner hören, was Max mir antwortet: «Nein. Nach allem, was ich an Daten zur Verfügung habe, kennen die Scharfen das Konzept 'Zwang' gar nicht. Was dem am nächsten kommt, ist das Wort 'Kendala', aber das würde ich mit 'Sachzwang' übersetzen. Ein 'Zwang', bei dem die ...
... Absicht eines Menschen die Ursache ist, dass ein anderer Mensch etwas tut, das er eigentlich nicht tun will, dieses Konzept habe ich in den dreissig Tagen, die wir nun hier sind, nie beobachtet.» «Und Du hast alle Videos ausgewertet, die von den zahlreichen Beobachtungsdrohnen gemacht wurden, nicht nur die paar, die ich gesehen habe. Das ist doch bemerkenswert.» In diesem Moment fällt mir auf, dass Ante und Tina, die vor meinen drei Begleitern gehen, ihren Schritt beschleunigen. Sie haben die Absicht, ein Bad zu nehmen. Ich rufe: «Steigt ab, bevor Ihr den See erreicht, sonst macht Ihr Eure Kleider nass!» Tatsächlich werden Ante und Tina merklich schneller. Die beiden Leitauen freuen sich auf ein Bad und das Herumtollen, das bei den Schafen mit jedem Bad verbunden ist. Dieser Übermut könnte durchaus auf die jüngeren vier Schafe abfärben. Ich mache mich darauf gefasst, dass wir kurz vor dem Ufer abspringen müssen. Das ist aber nicht nötig, denn die vier Reittiere verlangsamen ihren Schritt, lassen uns absteigen und springen erst ins Wasser, nachdem wir uns mit ein paar Streicheleinheiten für den Transport bedankt haben. Wir setzen uns ans Ufer und schauen den Schafen zu, wie sie im Wasser herumtollen. Aldo gibt zu, dass ihn der Ritt doch etwas mitgenommen hat. Ich biete ihm an, den Rücken zu massieren. Aldo kann zwar mit dem Wort nichts anfangen, aber das Bild, das ich allen zukommen lasse, versteht er. Paul schützt vor, das würde ihm auch guttun. Vera weiss ...