1. Ein Schulfreund und die Folgen


    Datum: 28.05.2026, Kategorien: Sonstige,

    ... dass sie mit Sahra und Ulrike noch einen Tag bleiben und mit den Mädchen der Abi-Klasse noch etwas feiern würde. Ich soll nicht böse sein, dass sie erst Montag kommen würde.
    
    Erst da beschlich mich ein komisches Gefühl und ich achtete jetzt besonders auf den kurz vor der Unfallstelle im Stau stehenden Mercedes. Eindeutig der Mercedes von Sahra und auch mit Sahra und Ulrike besetzt. Beide standen am Rand der Autobahn und unterhielten sich mit anderen Autofahrern.
    
    Leider konnte ich auf die Nachricht nicht sofort reagieren, da immer noch genügend Verunfallte zu versorgen waren. Ich kam erst sehr spät am Sonntag Abend nach Hause und überlegte, wie ich auf diese verlogene Mail reagieren soll. Hatte ich geirrt? Waren es doch nicht Sahra und deren Freundin? Auf jeden Fall wollte ich es wissen. An wirklich guten Schlaf war nicht zu denken und so war ich am Montag weder gut ausgeschlafen noch gut gelaunt. Noch bevor ich gefrühstückt hatte, rief ich in der Firma an, in der Sahra arbeitet. Irgendwie hatte ich die Übersendung der Rufnummer meines Handys deaktiviert. Ich bat darum, mit Sahra verbunden zu werden. Meinen Namen hatte ich nicht gesagt. Als sie sich freundlich meldete, legte ich auf und bekam einen mächtigen Schreck. Meine Erika belog mich. Ich las mir noch mal die Mail durch und war mir sicher, dass ich mich nicht verlesen hatte.
    
    Da saß ich und grübelte, dachte darüber nach, wie ich reagieren sollte und kam zu keinen vernünftigen Ergebnis. Eigentlich hatte ich zwei ...
    ... Möglichkeiten. Einmal konnte ich Erika zur Rede stellen und sie mit ihrer Lüge konfrontieren oder ich sagte Nichts und wartete auf ihre Erzählung und reagierte darauf.
    
    Bevor ich arbeiten fuhr, schaute ich kurz bei Ulrikes Firma, eine große Außenstelle einer renommierten Versicherungsgesellschaft vorbei und hatte Glück. Ulrike war zu sehen, wie sie gerade wild gestikulierend telefonierte. Später erfuhr ich, dass sie gerade in diesem Moment mit Erika sprach und ihr wohl den Marsch bliess. Für mich war nur wichtig, dass auch sie da war und nicht mit Erika und den Anderen feierte.
    
    Der Job fiel mir an diesem Tag mehr als schwer und ich wartete darauf, dass sich Erika bei mir zurück meldet, mir ihre Rückkehr ankündigte. Kam aber nicht, zu mindesten erst sehr spät. Es war Feierabend, als ihre Nachricht einging.
    
    "Bin da. Müssen reden."
    
    Da wusste ich bereits, dass es Veränderungen geben würde. Eigentlich hatte ich da schon keine Lust mehr zu reden. Eigentlich wollte ich nur noch Klarheit.
    
    Schon als ich meine Wohnung betrat und sie sah, wusste ich, dass sie ein sehr anstrengendes Wochenende hinter sich hatte, körperlich und auch wohl seelisch. Was mir sofort ins Auge fiel, war das große Pflaster an ihrem Hals. Ein Profi wie ich es nun mal bin, sieht auch, dass die Wunde darunter frisch ist, noch geschwollen.
    
    Erika saß auf einem Stuhl vor dem Tisch und als sie später aufstand, sah ich, dass ein Kissen auf dem Stuhl lag und dazu der Gang. Mir war alles klar. Die nur ...
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