1. Wie das Leben so spielt


    Datum: 03.06.2026, Kategorien: Romantisch

    ... stützte sich über ihr ab, seine Stirn lehnte an ihrer, während sich ihr Rhythmus langsam steigerte. Ihre Körper kannten keinen Widerstand mehr, nur ein fließendes Geben und Nehmen. Ihre Bewegungen wurden drängender, ein stilles Ringen nach mehr, nach Auflösung, nach dem Moment, in dem alles für einen Augenblick stillzustehen schien.
    
    Nicole krallte sich in seine Schultern, ihre Lippen formten lautlose Worte, ihr Blick irrte durch den Raum, als würde sie sich verlieren. Ein leiser Schrei entwich ihr, als sich die Spannung in ihr zu wölben begann - wie eine Welle, die sich nicht mehr zurückhalten ließ.
    
    Martin spürte es auch - ein inneres Beben, das sich aufbaute, fordernd, unausweichlich. Ihre Körper fanden ein letztes Mal zusammen, mit einer solchen Intensität, dass für einen winzigen Moment alles versank: die Zeit, der Raum, die Vernunft.
    
    Und dann - Stille. Nur ihre Atemzüge, tief und zitternd.
    
    Er sank neben sie, zog sie in seine Arme. Kein Wort wurde gesprochen.
    
    ***
    
    Der Morgen danach. Es war Sonntag und es klingelte an Martins Wohnung. Nicole sprang aus dem Bett und schnappte sich ein herumliegendes Handtuch, eilte zur Wohnungstür und öffnete, ohne vorher durch den Spion gesehen zu haben.
    
    "Mama?", dachte sie mit einem Anflug von Panik - zu spät. In Mirandas Augen formte sich das blanke Entsetzen.
    
    Noch ehe Nicole reagieren konnte, flog die Wohnungstür auf. Miranda stand im Türrahmen, in ihrem Gesicht ein Ausdruck aus Schock, Fassungslosigkeit - und ...
    ... blankem Zorn.
    
    "Was ... zum Teufel ... geht hier vor?" Ihre Stimme zitterte.
    
    Nicole, nur lose vom Handtuch bedeckt, ihr Blick trotzig. "Guten Morgen, Mama", sagte sie in einem süßlich provokanten Ton.
    
    Hinter Nicole trat Martin ins Sichtfeld - ebenfalls nur mit einem Handtuch um die Hüften, sichtlich überrumpelt. Er wirkte wie jemand, der nicht wusste, ob er sich rechtfertigen oder einfach verschwinden sollte.
    
    "Du bist ja nicht ganz dicht!", fauchte Miranda und starrte ihre Tochter an, dann Martin. "Ihr beide ... was zur Hölle habt ihr euch dabei gedacht?"
    
    "Ich hab nachgedacht, Mama. Vielleicht zum ersten Mal in Ruhe. Und vielleicht hab ich jemanden gebraucht, der mich wirklich sieht, ohne ständig belehrt oder ignoriert zu werden."
    
    "Er ist alt genug, um dein Vater zu sein!"
    
    "Aber er ist nicht mein Vater, Mama!", schoss Nicole zurück, die Stimme nun laut und klar. "Und du? Du bist keine, die sich über Moral aufspielen sollte. Oder soll ich den Nachbarn fragen, wie oft du ... na du weißt schon ... Wohnung 3B?"
    
    Miranda wurde blass, ihre Fassade bröckelte.
    
    Martin trat dazwischen. "Vielleicht ist jetzt nicht der richtige Moment, um alles in Grund und Boden zu reden. Wir können uns gern später zusammensetzen und ..."
    
    "Du hältst dich da raus!", schnitt ihm Miranda das Wort ab, "Du hast sie ausgenutzt!"
    
    Nicole schüttelte den Kopf. "Nein. Ich habe ihn gebraucht. Und er war da. So einfach ist das."
    
    Die Spannung vibrierte in der Luft, wie Strom vor einem ...
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