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Strahlen der Leidenschaft
Datum: 06.06.2026, Kategorien: Schlampen
... ihm den Text vor. "Oh", sagte er und sah mich erstaunt an. "Lou hat gar nicht erzählt, dass Du Billard spielst. Bist Du gut?", fragte er. "Oh nein, ich spiele ganz schlecht, man kann es kaum 'Billard spielen' nennen", erwiderte ich ehrlich, ohne nachzudenken. Erst dann erkannte ich, dass ich den letzten Halbsatz als Anspielung auf sein Liebesabenteuer hinzugefügt hatte. "Ah", meinte er nur und ich war peinlich berührt. " Hoffentlich hat er die Anspielung nicht verstanden ", schämte ich mich. "Was machst Du eigentlich so beruflich?", fragte ich ihn zur Ablenkung. "Ich bin Bauingenieur", sagte er. "Deshalb finde ich Dein Haus auch so interessant", antwortete er, plötzlich munter und aufgeräumt. "Würdest Du mir eine kleine Hausführung geben?", fragte er. "Kein Problem!", antwortete ich erleichtert, dass ich ihn erfolgreich von meinem Fauxpas abgelenkt hatte. Er erhob sich und bevor ich merkte, was ich tat, hatte ich meinen bei ihm Arm untergehakt. Wir spazierten zunächst die Treppe herauf zur Galerie und ich zeigte ihm den Balkon und die Räumlichkeiten im ersten Stock, die noch alle wie eine Ferienwohnung eingerichtet waren und kaum von mir benutzt wurden. Wieder ins Erdgeschoß herab gelangten wir über die zweite Treppe. Beschwingt zeigte ich ihm die Küche, dann mein Badezimmer mit dem rutschfesten, schwarzen Schieferboden und der Natursteinoptik der Wände, was ihn sehr beeindruckte. Ich war ein wenig von meiner guten Laune überrascht, die ich mir gar nicht erklären ...
... konnte - bis ich im Spiegel sah, wie er mich taxierte, bewundernd mein Hinterteil betrachtete und vermeintlich unbeobachtet mit bewunderndem Blick meine Kurven musterte. Ich mußte mir eingestehen, daß ich die Aufmerksamkeit des attraktiven, freundlichen Mannes genoß. Doch schließlich passierte, was passieren mußte: ich ertappte ihn dabei, wie er mich ansah, als unsere Blicke sich begegneten. "Na, was siehst Du mich so an?", fragte ich ihn amüsiert kichernd und wieder hätte ich mir am liebsten auf die Zunge gebissen: noch so ein Fauxpas. "Na ja... also, ich hatte eine ganz andere Vorstellung von Dir", wich er aus. "Wirklich? Welche Vorstellung hattest Du denn von mir?", fragte ich neugierig. "Na, jedenfalls mindestens dreißig Jahre älter!", lachte er und ich fiel in sein Lachen mit ein. "Es lag an Deinem Schreibstil", meinte er, plötzlich ernst. "Dein letztes Buch hat mich wirklich beeindruckt", sagte Paul nach einer Weile. "Die Art, wie du die Spannung zwischen den Charakteren aufbaust... ihre Lebendigkeit, auch der Handlung. Das ist genau mein Geschmack." Er warf mir einen Seitenblick zu, den ich nicht ganz deuten konnte. "Tatsächlich?", fragte ich amüsiert. "Und welche Szene hat dir am besten gefallen?". Er zögerte kurz, bevor er antwortete. "Die erste Szene auf der Bühne. Die Protagonistin, die sich auf dem Bett wiederfindet und feststellt, dass sie nicht alleine ist", antwortete er dann mit einem verschmitzten Lächeln. "Die war... sehr eindrucksvoll geschrieben". ...