1. S&O - Zielpersonen 06-08


    Datum: 02.09.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    Hinweis: Dieser zweite Teil ist der Thriller-Part der Geschichte. Er enthält nur wenig Erotik. Als Einzelstory würde ich ihn in die Kategorie "Nichteinwilligung" setzen (Sophie und Olivia sind ja entführt). Es wird Gewalt beschrieben, aber m.E. nichts, was nicht auch im Abendprogramm im TV laufen würde.
    
    Kapitel 6 - Wunden
    
    Olivia erwachte nur langsam. Auch ihre Erinnerungen kehrten nur in kleinen Portionen zurück. Ihr war schwindelig. Der Boden, auf dem sie saß, schwankte. Olivia wollte sich mit den Händen neben dem Körper abstützen, musste aber zu ihrem Schrecken feststellen, dass sie diese kaum bewegen konnte. Es klirrte vor ihrem Körper, als sie die Arme streckte.
    
    Die Detektivin versuchte, die Augen zu öffnen. Auch die Lider gehorchten nur widerwillig. Und als sie wieder sah, dauerte es noch weitere Sekunden, bis ihr Gehirn die Eindrücke verarbeitet hatte.
    
    Handschellen zwangen ihre Arme vor den Bauch. Auch die Fußgelenke waren mit einer Kette aneinandergefesselt. Mit den Fingern betastete Olivia ihren Hals, auf dem ein ungewohntes Druckgefühl lag, und spürte einen breiten Ring, von dem ein Drahtseil abging und in der Decke verschwand.
    
    Erst nun realisierte sie, dass der schwankende Boden einfach nur eine Luftmatratze war, auf der sie kauerte. Vor dieser stand ein großer Teller mit ein paar Brotscheiben, Dauerwurst, sowie eine Reihe an Tetrapaks mit Saft.
    
    „Verdammt!", fluchte Olivia. „Eine plumpe Falle auf dem Parkplatz! Und ich bin darauf ...
    ... hereingefallen."
    
    Allerdings hatte nichts auf einen Hinterhalt hingedeutet. Die Nachricht war von Sophies Handy gekommen, oder zumindest von ihrer SIM-Karte. Auch stilistisch hatte sie völlig normal geklungen, war weder besonders kurz noch besonders lang gewesen. Eben eine Nachricht, wie Sophie sie schreiben würde, hätte sie wirklich in einer solchen Notlage gesteckt.
    
    Olivia richtete ihre Aufmerksamkeit von diesen Überlegungen zurück in die Gegenwart und begann, das Drahtseil an ihrem Hals zu untersuchen. Es war etwa so dick wie ihr kleiner Finger, sehr lang, fiel vom Ring auf den Boden und machte mehrere Schlaufen, um dann erst zur Decke abzudrehen.
    
    Die Detektivin stand auf, was sich mit ziemlich eng aneinandergeketteten Füßen als gar nicht so einfach herausstellte.
    
    Olivia ging in eine Ecke des Raumes. Glücklicherweise lag das Halsseil immer noch auf dem Boden, auch am weitesten Punkt von der Deckenöffnung entfernt.
    
    Gut, dachte die Entführte. Sollte ich beim Gehen mit Fußfesseln stürzen, werde ich mich wenigstens nicht gleich selbst erdrosseln.
    
    Sie befand sich in einem kleinen Raum, den sie auf drei mal vier Meter schätzte. Neben der Luftmatratze und dem Essen gab es noch einen großen Fernseher, auf Kopfhöhe hängend in einer der Ecken. Ansonsten war der Raum leer.
    
    An der gegenüberliegenden, ebenfalls weißen Wand war eine Tür ohne Klinke oder Schloss eingelassen, die Olivia nur aufgrund des kleinen, dunklen Spalts in Form eines mannshohen Rechtecks erkannte. Das ...
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