1. S&O - Zielpersonen 06-08


    Datum: 02.09.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... welches die Schwester abtupfte. Doch der Schnitt war offensichtlich nicht tief, die Wunde klaffte nur wenig auseinander. Der Chirurg stoppte nach etwa anderthalb Zentimetern Länge.
    
    Olivia hatte keine Ahnung, was im Operationssaal genau geschah. Aus tränengefüllten Augen sah sie weiter auf den Schirm und litt mit ihrer Lebenspartnerin, die zum Glück nicht wusste oder spürte, was ihr angetan wurde.
    
    Wenigstens diese Gnade gönnen ihr diese Verbrecher, dachte Olivia.
    
    Die Schwester wechselte den Tupfer, strich mit einer orangebräunlichen Flüssigkeit über die Wunde. Sie setzte eine kleine Klammer, um die Wundränder aneinanderzupressen.
    
    Der Chirurg wandte sich nun Sophies linker Wange zu. Etwa in deren Mitte wiederholte sich das Prozedere. Er setzte einen etwa zwei Zentimeter langen, leicht wellenförmigen Schnitt. Die Schwester fing das erste Blut auf, desinfizierte die Wunde und klammerte sie danach.
    
    Anschließend legte der Chirurg das Skalpell zur Seite und ließ sich eine Spritze reichen. Im Bereich des Tränensacks an Sophies linkem Auge setzte er diese von oben an und spritzte einen kleinen Teil der Flüssigkeit in Richtung Kinn. Ansetzen und Einspritzen wiederholte er noch dreimal in kleinem Abstand daneben.
    
    Der Bereich begann fast augenblicklich anzuschwellen und wurde kurz darauf schwarz. Die Nadeleinstichstellen wurden mit Jod behandelt.
    
    Anschließend aber nahm die Schwester die erste Klammer wieder ab.
    
    Und der Chirurg begann, mit Operationsnadel und ...
    ... -faden die beiden Skalpellwunden mit drei Stichen zu vernähen. Noch einmal wurde desinfiziert.
    
    Der Arzt trat zurück und gab der Anästhesistin ein Zeichen. Diese nickte und spritzte Sophie wieder etwas in die Kanüle.
    
    In Olivias Gefängnis erlosch der Fernsehschirm.
    
    Reglos, verwirrt, verängstigt und wütend zugleich, saß die Freundin der gerade unter Zwang operierten Frau auf dem Boden. Sie verstand nichts.
    
    Warum, um alles in der Welt, schnitt jemand mit einem Skalpell Wunden in Sophies Gesicht, um sie kurz darauf wieder fachmännisch zu vernähen?
    
    ***
    
    Olivia wusste nicht, wieviel Zeit vergangen war, seit der Monitor sich ausgeschaltet hatte. Sie saß auf der Luftmatratze, aß und trank etwas, um Kraft zu bekommen. Mühsam nur konnte sie ihre Wut unterdrücken. Aber ein Herumschreien half niemandem. Sophie tat ihr so unendlich leid. Was für eine Panik sie nach ihrem Erwachen aus der Narkose durchleben würde! Olivia hoffte nur, dass sie dann bei ihrer Freundin sein konnte, um den ersten Schreck abzumildern.
    
    Plötzlich ertönte ein lauter Gongschlag. Olivia schrak aus ihren Grübeleien auf. Kurze Zeit später hörte sie ein schon bekanntes Geräusch aus dem Nachbarraum. Blitzschnell rappelte sich die gefesselte Detektivin auf und ging zum Fenster.
    
    Eine völlig schwarzvermummte Gestalt, die eine Skimaske mit Sehschlitzen trug, schob die Liege mit Sophie zurück in das Zimmer und arretierte die Rollen. Wortlos verließ sie danach den Raum wieder.
    
    Sophies Körper war mit einem ...
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