1. Neues Haus Neue Schule Neues Leben Ch. 08


    Datum: 02.10.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... Wangen.
    
    „Du musst ihn seine Arbeit machen lassen", beschwor er mich und deutete auf den Athletic Trainer, der seinen großen Rucksack auf den Boden neben sich fallen lassen hatte und mit den Händen James Brust betastete
    
    Ich nickte widerstrebend und schob mich auf die andere Seite von James. Griff nach seiner kraftlos neben ihm liegenden Hand, während ich entsetzt die bläuliche Färbung, die seine Lippen angenommen hatten, registrierte.
    
    „Klare Schockzeichen und Anzeichen von Zyanose", sagte der Athletic Trainer gerade zu irgendjemanden, dann weiteten sich seine Augen, während er beinahe so weiß anlief, wie sein Patient. „Spannungspneumothorax", stellte er laut fest oder vielleicht vermutete er es auch nur und dann brüllte er jemand solle sofort einen Rettungswagen rufen.
    
    Ich verstand die Bedeutung der Worte nicht, aber ich konnte die Panik im Gesicht des medizinischen Angestellten erkennen, während dieser fast schon fahrig eine Sauerstoffmaske aus dem Rucksack zog und sie James umschnallte. Ich drückte dessen Hand nur noch fester, während meine Tränen jetzt unbehelligt von meinen Wangen in das weiche Gras fielen. Jemand packte sanft meine Schultern.
    
    „Wir müssen ihnen etwas Platz geben, Liebes." Es war die Stimme meiner Mutter und auch die Hände meiner Mutter, die mich sanft von James Seite wegzogen. Ich wollte ihn nicht verlassen. Durfte ihn nicht verlassen. Aber ich hatte keine Kraft zu kämpfen. Seine Hand fiel spannungslos in das Gras, als sie mir entzogen ...
    ... wurde. Meine Mutter drehte mich von James weg und ich erhaschte einen kurzen Blick auf die versteinerten Gesichter unsere Freunde, die - Footballspieler oder nicht - um uns herum auf dem Spielfeld standen. Auf Brian, der sich verzweifelt auf meinen Vater stützte, während er versuchte zu verstehen, was da mit seinem Sohn geschah. Dann zog mich meine Mutter heran und schlang die Arme um mich, während ich meinen Kopf auf ihre Schulter legte. Sie streichelte mir sanft über das Haar.
    
    Ein dumpfes Dröhnen wummerte leise über den Platz und wurde langsam immer lauter. Es holte mich aus meiner Trance und brachte mich dazu mich von meiner Mutter zu lösen und zu der Szenerie hinter mir zu drehen. Der Anblick von James, der dort auf dem Boden liegend offensichtlich um jeden Fetzen Luft kämpfte, den er in die Lunge saugen konnte, brachte mich ins Stocken.
    
    Dahinter hatten die Lehrer und freiwilligen Ordner angefangen einen kreisrunden Bereich zu räumen. Das Wummern wurde lauter und etwas brachte mich dazu den Kopf zu heben und den dunklen Punkt zu fokussieren, der langsam immer größer wurde. Ich sah ihn. Verstand aber nicht wirklich. Ein Helikopter.
    
    Inzwischen war der Lärm atemberaubend geworden und der Luftdruck, der von dem riesigen Rotor über mir ausging, presste meine Haare glatt an meinen Schädel und ließ meine geweiteten Augen tränen.
    
    Der Lärm schwoll weiter an, während die Stützen des Helikopters sanft auf dem Rasen aufsetzten. Augenblicke später öffneten sich die Türen und ...