1. Neues Haus Neue Schule Neues Leben Ch. 08


    Datum: 02.10.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... Mannschaft. Wir brauchen nach Wills Weggang Stabilität." Sein Griff um meine Schulter war inzwischen fest wie ein Schraubstock. Ich hätte ihn gerne gefragt, was der Weggang seines Vorgängers mit Aiden und mir zu tun hatte. Er musste diese Position ausfüllen.
    
    „Verstehst du, was ich dir sagen will", fragte er schließlich, nachdem er von mir keine Antwort erhalten hatte und sah mich dabei fast schon mitleidig an. Als würden mir einfach die Gehirnzellen fehlen, um die Bedeutung seiner Worte zu entschlüsseln.
    
    „Du musst dir keine Sorgen machen", antwortete ich schließlich. „Aiden und ich kommen schon klar und keiner von uns will deinen Job." Um fair zu sein, bei Aiden war ich mir nicht vollkommen sicher. Aber solange es Craig beruhigte...
    
    „Du verstehst es also nicht", erwiderte Craig und sein Lächeln verschwand, wurde durch einen bedrohlichen Gesichtsausdruck ersetzt. „An dieser Schule gibt es eine klare Hierarchie und jeder, der sich ihr nicht unterordnet, schadet damit am Ende nur sich selbst. Ich bin im Augenblick ganz oben und ich verrate dir was: Ich werde dort bleiben. Aiden steht weit unter mir, aber eben auch noch deutlich über dir. Verstehst du es jetzt."
    
    Er blickte mich erwartungsvoll an, als müsste ich jeden Augenblick zu einer gewaltigen Erkenntnis kommen. Leider war ich noch nie gut mit Erwartungen umgegangen.
    
    „Wie ich schon sagte", erklärte ich mit zusammengebissenen Zähnen. „Du musst dir um keinen von uns, weder um Aiden noch um mich, Sorgen machen." ...
    ... Craig schüttelte genervt den Kopf. Sein Griff wurde noch fester. Erwartete er, dass ich hier und jetzt auf die Knie fiel und ihm die Füße küsste.
    
    „Du musst lernen wo dein Platz ist", spukte er mir fast entgegen. „Das bedeutet, dass du nicht mit meiner Freundin sprichst oder auch nur mit ihr die Cafeteria betrittst. Das bedeutet, dass du dich von einem Mädchen fernhältst, wenn ich mein Interesse an ihr bekundet habe. Und das bedeutet, dass du in dem Spiel gleich keinen einzigen geraden Pass wirfst, wenn du weißt, was gut für dich ist. Oder meine Freunde hier werden nicht länger dafür sorgen, dass du in einem Stück nach Hause kommst. Nicht mal ansatzweise." Ich konnte meinen Teamkameraden nur fassungslos anstarren.
    
    „Ich weiß nicht von welchem Mädchen du sprichst, von dem ich mich fernhalten soll", erwiderte ich mit einer Wut, die so gar nicht zu der Beklemmnis passen wollte, die sich in mir aufbaute. „Zumal du, wie du selbst gerade gesagt hast, eine Freundin hast, mit der ich, um ehrlich zu sein, gar nichts zu tun haben möchte." Ich verstand dieses Mädchen Samantha Cooper um ehrlich zu sein nicht, aber das was ich von ihr seit unserem Gespräch in der Abstellkammer gesehen hatte, zeigte mir, dass erste Eindrücke täuschen konnten.
    
    „Und ich werde bestimmt nicht absichtlich schlecht spielen, nur damit du dich besser fühlst", ergänzte ich noch bevor mich dieses kurze Aufwallen von Mut wieder verließ. „Wie schon gesagt, du hast nichts von mir zu befürchten. Also kann es dir ...
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