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Die Galamex-Saga - Teil 01
Datum: 12.04.2020, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... notwendigen Stoffe vermissen liess, welche die irdische Flora für Wachstum benötigte, während giftige Substanzen im Überfluss vorhanden waren. Ich konnte mir nach wie vor nicht wirklich erklären, warum man den Planeten zur Besiedlung freigegeben hatte. Ich warf einen letzten Blick in die Halle, setze mich und öffnete meinen Schalter. Es würde wieder ein verdammt langer Tag werden. Ich hasste meinen Job. *** Cygnus *** Ich überprüfte den Inhalt meines Rucksacks zum dritten mal. Natürlich hatte sich der Inhalt seit der ersten Überprüfung, kurz nachdem ich aus dem Cryoschlaf erwacht war, nicht geändert. Es war nach wie vor alles da - meine gesamten Besitztümer, die Kleidung die ich am Leibe trug ausgenommen. Ganz oben lag mein Computer, ein älteres Modell, dessen Hülle zerkratzt war. Ich hatte ihn während meiner Ausbildung zum Terraformer erhalten. Seine Leistung konnte zwar nicht mit jener der aktuellsten Generation mithalten, doch dafür hielt der Akku länger. Zudem konnte er sowohl mit Wärme als auch mit genügend starkem Licht, wie jenes des Zentralgestirns von Galamex, betrieben werden. Darunter lag mein teuerster Besitz. Den Gensequenzierer hatte ich auf der Erde an einer Auktion ausrangierter Modelle der Flotte ersteigert. Er war mit Sicherheit noch älter als mein Computer. Dennoch hatte er mich den Grossteil meiner Ersparnisse gekostet, fast vier mal so viel, wie ich für meine Parzelle auf Galamex 2 bezahlt hatte. Gleich daneben lag das Säckchen mit den zwei ...
... Dutzend Eicheln. Ganz unten lag eine Kiste, die ein Standard-Bioset enthielt: Diverse chemische sowie einige komplexere Substanzen, Reagenzgläser, eine kleine Zentrifuge, ein Nanoskop, ein Mini-Ofen und weitere Kleinigkeiten, die ich bei meinem Vorhaben brauchen würde. Der für mich persönlich wertvollste Besitz befand sich in einer Seitentasche. Es war ein fünfzig Centimeter langer Kunststoff-Zylinder, in dessen Inneren sich ein fein säuberlich zusammengerolltes Film-Poster aus dem zwanzigsten Jahrhundert befand. Darauf war die (für mich) schönste Frau abgebildet, die je abgelichtet worden war. Zufrieden mit meiner dritten Inspektion verschloss ich meinen Rucksack und blickte auf die Schlange an Menschen, die vor mir stand. Sie bewegte sich nur alle zehn Minuten weiter, daher würde es wohl noch einige Stunden dauern, bis ich den Abfertigungsschalter erreichen würde. Irgendwie musste ich die Zeit bis dahin totschlagen, daher kramte ich mein ComPad aus der Jackentasche hervor und aktivierte es mit meinem Fingerabdruck. Der kleine Bildschirm leuchtete auf und zeigte als erstes an, dass eine ungelesene Nachricht auf mich wartete. Ich hatte sie drei Tage vor meinem Abflug von der Erde erhalten und ignoriert, weil ich wusste von wem sie war und mir ziemlich gut vorstellen konnte, was darin stand. Aber da nun mehr als zweitausend Lichtjahre und eine Reisezeit von rund drei Monaten zwischen mir und den Absendern lag - und ich derzeit sowieso nichts besseres zu tun hatte, öffnete ...