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Die Galamex-Saga - Teil 01
Datum: 12.04.2020, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... Riss zog sich fast hundert Meter weit über die Oberfläche der Kernsektion. Die Andockstation, der Tunnel über den sich ankommende Schiffe an die Station koppelten war komplett weggerissen worden. Das Schiff selbst war ebenfalls beschädigt, allerdings bei weitem nicht so stark wie die Station selbst. Überlichtschiffe mussten, um die ungeheuren Geschwindigkeiten aushalten zu können, besonders stabil gebaut werden. Die Schiffspitze hatte daher die Station aufgeschlitzt, als wäre das Schiff ein Messer und die Station ein Leib Brot. Tote Menschen waren zu meiner Erleichterung keine zu sehen, was aber vermutlich daran lag, dass sie durch die Dekompression regelrecht herausgeschleudert worden waren und nun irgendwo für immmer im Weltall herumtrieben. Der Riss hatte auch einige Mannschaftsquartiere beschädigt. Crewmitglieder, die in der Kernsektion arbeiteten, schliefen in der Regel auch dort, um nicht ständig mit unterschiedlicher Schwerkraft umgehen zu müssen. Im Gegensatz zum Ring herrschte in der Kernsektion permanent Schwerelosigkeit. Als ich den Reaktorbereich erreichte, bewahrheiteten sich Pamela Dyssons Befürchtungen. Ich konnte durch den klaffenden Spalt den stillgelegten Reaktor sehen. Von Menschen keine Spur. Korrektur: Als ich den Raum glitt bemerkte ich, dass am Boden ein dutzend Paar Magnetstiefel standen. Die Menschen, denen die Stiefel gehört hatten, waren vom gnadenlosen Vakuum daraus gerissen worden. Ich unterdrückte den plötzlich aufkommenden Brechreiz und ...
... richtete meine Aufmerksamkeit auf den Reaktor. Er schien unbeschädigt zu sein. Selbiges galt für die Antimaterie-Kammer. Die Anzeige beim Reaktor funktionierte noch, ebenso die Bedienungskonsole. Diese im Raumanzug zu bedienen stellte sich als knifflig heraus, doch irgendwie kriegte ich es hin. Das Eindämmungsfeld der Antimaterie war gemäss Anzeige intakt. Ich wies meine beiden Begleiter mit Handzeichen an, die Energieleitungen die vom Reaktor ausgingen zu kontrollieren. Beide gaben mir Zeichen, dass diese in Ordnung waren. Als nächstes liess ich den Reaktor einen minimalen Energiestoss durch die Station jagen. Auf einer dreidimensionalen Darstellung der Station wurden nun jene Bereiche angezeigt, die der Energiestoss erreicht hatte - und welche nicht. Der Shuttlehangar war offenbar von der Energieversorgung abgeschnitten (womit Hilfe von der Planetenoberfläche erschwert wurde), genauso wie die unteren Mannschaftsquartiere und logischerweise die nicht mehr existierende Andockstation. Die Energiezufuhr zu den übrigen Bereichen war nicht beeinträchtigt. Ich rief mir meine Zusatzkurse betreffend Antimaterie-Reaktoren in Erinnerung und machte mich an die Arbeit. Als der Reaktorbereich endlich versiegelt wurde, war ich seit 62 Stunden auf den Beinen und vollkommen erschöpft. Drei Gross-Schiffe der Flotte waren vor 40 Minuten eingetroffen. Ihre Mannschaften hatten sich umgehend einen Überblick verschafft und die wichtigsten Reparaturen vorgenommen. Dabei hatte die Versiegelung des ...