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Die Galamex-Saga - Teil 01
Datum: 12.04.2020, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... weiss? Vielleicht ist ja mein Schicksal schlimmer als Gefängnis. Ich habe nicht genug Geld, um eine Passage zurück zur Erde zu kaufen. Ich habe nicht einmal genug, um dieses System zu verlassen. Also werde ich wohl oder übel auf diesem verdammten Planeten nach Arbeit suchen müssen." "Du hast doch noch deine Pilotenlizenz", versuchte ich ihn aufzumuntern. Vergeblich, wie es schien, denn Albert schüttelte den Kopf. "Es gibt aktuell keine private Raumfahrt im System. Und selbst wenn die grossen Konzerne irgendwann beschliessen sollten, dass es sich lohnt, die anderen Himmelskörper von Galamex zu erschliessen, werden sie es tunlichst vermeiden, einen unehrenhaft Entlassenen einzustellen." Mir war nun definitiv elend zumute. In diesem Augenblick wurde mir bewusst, wie eng beieinander Freude und Leid liegen konnten. *** Cygnus *** Alina Sparks war eine gerissene Wölfin im verführerischsten Schafspelz, das ich je zu Gesicht bekommen hatte. Sie war gross, schlank, blond, hatte Beine bis zum Himmel, einen Hintern der jedem Mann das Wasser im Munde zusammenlaufen liess und einen Vorbau an dem eine Horde Babies ihre helle Freude gehabt hätte. Ihre klaren, blauen Augen verrieten eiskaltes Kalkül und straften ihren süssen Schmollmund Lügen. Sie erwartete mich bereits in meinem Büro, wo sie neugierig das Abbild von meiner Traumfrau begutachtete. "Hübsch", kommentierte sie das Bild als ich mich zu ihr gesellte. "Ornella Muti. Zwanzigstes Jahrhundert. ...
... Schauspielerin." Ich reichte ihr die Hand. "Ich bin sehr erfreut, sie endlich kennenzulernen, Frau Sparks. Ich hoffe, sie hatten eine angenehme Reise." "Die Freude ist ganz meinerseits, Herr Montichiari. Der Flug von Main Town hierher war sehr angenehm, danke. Sie hätten sich aber nicht die Mühe machen müssen, dafür extra ein Shuttle von der Flotte zu mieten. Ein normales Atmosphären-Flugzeug hätte gereicht." "Dann hätte ihre Reise hierher zehn mal so lange gedauert. Das wäre eine Verschwendung ihrer Zeit gewesen." Sie schenkte mir ein gewinnendes Lächeln. "Charmant. Wie kann ich ihnen behilflich sein, Herr Montichiari?" Ohne eine Aufforderung abzuwarten, setzte sie sich vor meinen Schreibtisch. An Selbstsicherheit mangelte es ihr auf jeden Fall nicht. "Darf ich ihnen etwas anbieten? Tee? Kaffe? Orangensaft? Oder darf es etwas stärkeres sein? Vodka? Gin? Whisky? Oder bevorzugen sie Cognac?" Falls sie von meiner Auswahl an teuren Importgetränken beeindruckt war, liess sie es sich nicht anmerken. Sie musste wirklich eine gute Anwältin sein. "Einen Orangensaft, danke." Ich ging zum Kühlschrank, goss ihr ein Glas ein und reichte es ihr. Dann setzte ich mich an meinen Schreibtisch. "Wäre es ok, wenn wir uns beim Vornamen ansprechen würden. Oder wäre das zu vertraut?" "Per du zu sein schafft ein falsches Gefühl der Vertrautheit, Cygnus. Aber wenn das für dich ok ist, habe ich nichts dagegen." Ich musste unwillkürlich schmunzeln. Diese Frau führte Gespräche wie ...