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Die Galamex-Saga - Teil 01
Datum: 12.04.2020, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... kündigte ein kurzer Lichtblitz das Schiff an, als es den gekrümmten Raum verliess und abbremste. Es war nun aber noch zu weit von der Station entfernt, um irgendeinen Rückschluss auf tatsächliche Geschwindigkeit und Kurs zuzulassen. Es würden noch mindestens zehn Minuten vergehen, bis es sich genügend genähert haben würde, um meine Furcht zu besänftigen. In diesem Augenblick vibrierte mein ComPad. Ich zog es aus einer Seitentasche hervor und überprüfte die Anzeige. Offenbar hatte ich eine neue Nachricht erhalten - von der Planetenoberfläche. Ich hegte bereits die Hoffnung, dass es sich dabei um Albert Rechsteiner handeln könnte, von dem ich seit seiner Abreise nichts mehr gehört hatte, doch als Absender der Nachricht wurde ein 'C. Montichiari' aufgeführt. Der Name kam mir zwar irgendwie bekannt vor, doch ich konnte ihn nicht wirklich zuordnen. Erst als ich die Nachricht öffnete und das Profilbild eines jungen Mannes mit Brille erblickte, erinnerte ich mich wieder an ihn. Ich las die Nachricht durch. Hallo, Ornella. Ich hoffe, es geht Ihnen gut. Ich war sehr erleichtert darüber, dass ihr Name nicht im Manifest der verstorbenen Personen beim Unfall auf der Station aufgeführt war. Ich hoffe wirklich, dass sie dieses unsägliche Ereignis wohlbehalten überstanden haben. Der Grund warum ich Ihnen schreibe: Sie hatten zugesagt, mit mir Essen zu gehen, falls wir uns jemals wieder begegnen sollten. Nun ergibt es sich, dass ich heute im Verlauf des Tages auf der Station sein ...
... werde. Es würde mich wirklich sehr freuen, wenn wir uns dann treffen könnten. Ich würde es natürlich verstehen, wenn Sie mir eine Absage erteilen würden (auch wenn es mir, ehrlich gesagt, das Herz brechen und ich unweigerlich der dunkelsten Verzweiflung anheim fallen würde!). Schliesslich bin ich nur ein Fremder, dem sie vor gefühlt unzähligen Monaten begegnet sind. Ich würde Sie wirklich gerne wiedersehen, Ornella. Bitte lassen Sie mich zumindest wissen, wie es Ihnen geht. Die Übermittlungskosten für Ihre Antwort werde ich selbstverständlich übernehmen. Liebe Grüsse, Cygnus Montichiari. Ich las die Nachricht nochmals durch und musste schmunzeln. Ich erinnerte mich nun daran, dass ich ihm tatsächlich zugesagt hatte, mit ihm Essen zu gehen, sollten wir uns nochmals begegnen. Dass er so zuvorkommend war, mir einen Ausweg aus meiner Zusage zu lassen - und das er auch noch anbot, die Kosten für meine Antwort zu übernehmen - war irgendwie... niedlich. Andererseits konnte seine anstehende Anwesenheit auf der Station nur bedeuten, dass er dabei war abzureisen. Der Planet hatte ihn, wie so viele andere vor ihm, geschlagen. Und nun machte er sich auf und davon, zurück zur Erde, oder zu einer anderen Kolonie, um sein Glück vielleicht erneut zu versuchen. Nun denn, vielleicht konnte ich ihm ja seine Abreise etwas versüssen. Ausserdem würde mir etwas Abwechslung gut tun. In letzter Zeit verbrachte ich meine Freizeit vorwiegend mit Larissa, sofern unsere Arbeitszeiten es überhaupt ...