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Die Galamex-Saga - Teil 01
Datum: 12.04.2020, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... gemeinsames Quartier trat. Ich betrachtete gerade mein ungewohntes Spiegelbild. Dies war tatsächlich das erste mal seit Jahren, dass ich keine Uniform trug, zumindest nicht ausserhalb meiner eigenen vier Wände. Selbst wenn ich während meiner Ausbildung an Festtagen meine Eltern besucht hatte, war ich stets in meiner Uniform unterwegs gewesen, stolz darauf zur Flotte zu gehören. Dementsprechend fühlte ich mich nun etwas unwohl in meinem roten, hautengen Kleid. Aber ich hatte beschlossen, dass es sein musste. Larissa beäugte mich argwöhnischen. "Du bewirbst dich doch nicht etwa bei einem der Konzerne?" fragte sie, echte Sorge in ihrer Stimme. "Natürlich nicht!" gab ich etwas entrüstet zurück, obschon ich ihre Sorge nachvollziehen konnte. Die grossen Konzerne waren bekannt dafür, fähiges Flottenpersonal abzuwerben - selbst solches dass noch die Ausbildungskosten abdienen musste. In letzterem Fall bezahlten die Konzerne jeweils eine entsprechende Ablösesumme. Viele Offiziere denen sich solche Gelegenheiten boten, nahmen diese begeistert an. Die Konzerne bezahlten mehr als die Flotte und die Arbeitsbedingungen waren - zumindest auf den ersten Blick - besser. Einige meiner Kommilitonen während der Ausbildung hatten sogar hinter vorgehaltener Hand erklärt, dass die Flotte für sie nichts weiteres als ein Sprungbrett war, um später in der Konzernwelt Fuss zu fassen. Dazu hatte ich zwar nie etwas gesagt, aber insgeheim waren mir solche Leute zuwider. Im Dienste der Flotte zu ...
... stehen war für mich gleichbedeutend mit 'im Dienste der Menschheit' zu stehen. Wer dies gegen schnöden Mammon eintauschte, verdiente meinen Respekt nicht. Larissa dachte diesbezüglich ähnlich wie ich. Einer der Gründe, warum wir uns so gut verstanden. "Dann... hast du ein Date!" folgerte Larissa begeistert. "Mit einem Zivilisten!" "Nein... ja... nein..." ich seufzte und betrachtete mich nochmals im Spiegel. Der rote Einteiler, das einzige Kleid welches ich mitgenommen hatte, sass wie angegossen. Es betonte meine Figur an den richtigen Stellen und zeigte meine Beine, welche nach einhelliger Meinung aller (die mich je in diesem Kleid gesehen hatten) ein echter Hingucker waren. Erneut plagten mich Zweifel, ob dies wirklich eine gute Idee war, oder ob es nicht doch besser wäre, in meiner Uniform zu erscheinen. "Irgendwie ist es ein Date, und dann wieder doch nicht." Larissa neigte den Kopf zur Seite und begutachtete mich amüsiert. "Ja was denn nun: Ist es ein Date oder nicht?" erklärte sie. "Du tust dich doch sonst nicht so schwer mit Definitionen." "Es ist... kompliziert", erwiderte ich, etwas verlegen über die Tatsache, dass ich tatsächlich selbst nicht wusste, worum es sich bei diesem Essen handelte. "Wir gehen zusammen Essen. Aus dieser Sicht betrachtet, IST es ein Date. Aber er reist heute ab, also ist es höchstens ein... Mitleids-Date. Ich weiss auch nicht, wie ich es genau erklären soll!" ergänzte ich frustriert. "Dann erzähl doch einfach mal, wen du triffst. ...