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Die Galamex-Saga - Teil 01
Datum: 12.04.2020, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... Furcht - nicht vor ihm, sondern vor meinen eigenen Gefühlen. Stattdessen lenkte ich das Thema in eine andere Richtung. "Warum trägst du eigentlich eine Brille, Cygnus?" Er nippte an seinem Spritz, bevor er antwortete. "Wegen eines Gendefektes. Ich wurde damit geboren, und es verhindert, dass meine Sehschärfe auf die heutzutage üblichen Arten korrigiert werden kann. Es ist zudem der Grund, warum ich Terraformer werden wollte, da dabei das Fach Genetik eine gewichtige Rolle spielt. Ich wollte einen Weg finden, diesen Defekt zu reparieren - leider hatte ich bisher keinen Erfolg. Ehrlich gesagt, habe ich mich seit meiner Studienzeit nicht mehr damit beschäftigt. Während ich in meiner Jugend meine Brille unbedingt loswerden wollte, ist sie heute einfach ein Teil von mir." "Würdest du sie abnehmen? Damit ich ich dein hübsches Gesicht mal ohne sehen kann?" Ich biss mir auf die Unterlippe. Vielleicht ging ich damit zu weit. Vielleicht war ihm das unangenehm. "Du musst nicht!" fügte ich hastig hinzu. Statt zu antworten, nahm er die Brille ab und rieb sich kurz die Augen, bevor er seinen Blick wieder auf mich richtete. "Sehen kann ich dich zwar noch, aber all die Details deiner Schönheit entgehen mir nun." Ein Hauch von Verletzlichkeit lag in seiner Stimme, die mich tief berührte. Ich nahm seine Hand und führte sie an meine Wange. "Es gibt andere Sinne, mit denen du mich wahrnehmen kannst." Seine Hand glitt hinter meinen Kopf. Er zog mich behutsam zu sich und drückte ...
... mir einen sanften, gefühlvollen Kuss auf die Lippen. "Ja, das stimmt" gab er zurück, liess mich los und setzte seine Brille wieder auf. Innerlich brannte ich, nach einer Zugabe verlangend. Doch wieder hielt ich mich zurück. Die Gefühle die Cygnus in mir erweckte waren einfach überwältigend. Er wirkte indes verlegen. "Bitte entschuldige, Ornella. Das war unangebracht. Ich hätte zuerst fragen sollen - " "Das war sehr schön", unterbrach ich ihn leise. "Ich hoffe, das war heute nicht das letzte Mal, dass du mich auf diese Art und Weise wahrnimmst." *** Cygnus *** Ich war von meiner eigenen Dreistigkeit überrascht. Als hätte für kurze Zeit jemand anders, oder ein Teil von mir, welcher bisher verborgen geblieben war, die Kontrolle übernommen. Und nun da sich dieser Teil wieder zurückgezogen hatte, versuchte ich diesen ersten Kuss unauslöschlich in mein Gedächtnis einzubrennen. Ich hatte Ornella geküsst! Ein Traum war Wirklichkeit geworden - und doch ein Traum geblieben. Mein Herz wollte platzen vor Glück, als sie die Worte aussprach, dass sie hoffte, diesen Traum zu wiederholen. Die Spannung die nun entstanden war, drohte mir die Sprache zu verschlagen. Ich fühlte mich zu jenem Augenblick zurückversetzt, als ich ihr zum ersten mal begegnet war. Als ich den Eindruck gehabt hatte, vor einer leibhaftig gewordenen Göttin zu stehen. Aber ich wollte nicht wieder zu einem babbelnden Idioten werden! Den Sternen sei Dank, kam mir Ornella zu Hilfe. "Du bist süss, wenn du ...