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Die Galamex-Saga - Teil 01
Datum: 12.04.2020, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... Noch viel wichtiger war aber, dass ich meine Karriere nicht von seiner eigenen abhängig machen wollte." Ornella besinnte sich einen Augenblick lang, bevor sie fortfuhr. "Du hältst mich jetzt bestimmt für ein kaltherziges Miststück." "Warum sollte ich? Nur weil du deine eigenen Pläne nicht hinter jenen eines anderen zurücksteckst?" "Schön, dass du das so siehst, Cygnus. Und da nach wie vor quid pro quo gilt, bin ich wieder mit einer Frage dran." "Schiess los." "Du sagtest, du hättest bisher eine einzige körperliche Beziehung gehabt." "Das ist eine Feststellung und keine Frage", erwiderte ich schnippisch. "Die Frage lautet: Ist dem tatsächlich so? Du hattest nur mit einer einzigen Frau was?" "Nun... ja. Da war zwar mal beinahe was..." "Details!" forderte Ornella aufgeregt. Ich nahm noch einen Bissen von der Kartoffelbeilage, bevor ich ihrer Aufforderung nachkam. "Meine beste Freundin, Alejandra Salazar und ich, landeten tatsächlich mal zusammen im Bett. Aber daraus wurde nichts, den Sternen sei Dank." "Oh!" bemerkte Ornella belustigt. "Woran lag es? Ladehemmungen? Eifersüchtiger Ex-Freund? Zu viel Alkohol?" Ich schüttelte glucksend den Kopf. "Nein, nein und nochmals nein. Obschon... letzteres war tatsächlich der Grund, warum wir überhaupt gemeinsam in meinem Bett gelandet waren. Aber wir waren höchstens beschwipst. Nein - der Grund lag darin, dass sie sich an jenem Abend outete. Sie realisierte, dass sie nicht auf Männer stand." Dieses ...
... mal verkneifte sich Ornella das Lachen - vielleicht weil sie befürchtete, dass sich der Kellner trotz grosszügigem Trinkgeld dazu gezwungen sähe, uns rauszuschmeissen. "Man kann wohl nicht behaupten, du hättest bei Frauen ein glückliches Händchen." "Ich beschwere mich nicht", gab ich schulterzuckend zurück. "Trotz allem habe ich dank Marla doch einiges an praktischer Erfahrung was die weibliche Anatomie betrifft gesammelt. Und das Alejandra und ich ausser etwas Spucke keine weiteren Körperflüssigkeiten ausgetauscht haben, empfinde ich, wie schon erwähnt, als Segen. Das hätte definitiv eine wunderbare Freundschaft kompromittiert. Und zu guter Letzt: Ich durfte dich, Ornella Rossi, küssen. Ich könnte mir keine glücklichere Hand vorstellen." *** Ornella *** In seinen Worten lag so viel Aufrichtigkeit, dass mein Hochgefühl schwindelerregende Höhen erreichte. Ich hätte mich in diesen grünen Augen hinter der veralteten Sehhilfe verlieren können. In diesem Augenblick bereute ich es, nicht auf Larissas Angebot eingegangen zu sein, um unser Zimmer zumindest für einige Stunden ganz für mich - und Cygnus - zu haben. Ich wusste zwar noch nicht, wohin das führen sollte. Aber eines wusste ich mit Sicherheit: Ich wollte ihn haben. Wir assen schweigend den Hauptgang zu Ende. Selbst während des Bananensplit-Desserts tauschten wir lediglich vielsagende Blicke aus. Worte schienen im Augenblick nicht mehr nötig zu sein. Wir genossen die Gesellschaft des anderen in friedvoller und ...