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Die Galamex-Saga - Teil 01
Datum: 12.04.2020, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... gewachsen, aber die beinahe tägliche Zunahme an Einwohnern machte nun etwas mehr Planung erforderlich. "Und du schaust dir diese Liste täglich an?" fragte ich etwas verdutzt. "Natürlich nicht, Dummerchen. Ich erhalte täglich tausende von Informationen, vom Siedler-Empfang, vom Einwohneramt in Main Town, von der planetaren Verkehrsbehörde... Die Informationen werden zuerst von einer ziemlich ausgetüftelten KI gefiltert, dann werden sie von John Foley, meinem Sekretär, revidiert und erst dann landen die wirklich wichtigen Infos auf meinem Schreibtisch." Alina hatte wieder mal diesen für sie typischen belehrenden Tonfall, als würde sie einem Kind das Einmaleins erklären. "In einem Konzern - und wir sind definitiv dabei, einer zu werden - ist es wichtig, auf dem Laufenden zu sein. Also ob beispielsweise wichtige Namen aus der Wirtschaft oder der Flotte irgendwo auftauchen. Dies lässt oft Schlüsse über Vorhaben unserer Konkurrenten zu." Sie schenkte mir einen versöhnlichen Blick. "Das ist der ganz normale Modus Operandi bei einem Konzern, Cy. Alle Konzerne machen das. Also machen auch wir das." Ich nickte anerkennend. Es war die richtige Entscheidung gewesen, eine Partnerschaft mit Alina Sparks einzugehen. Sie kannte sich nicht nur in der Konzernwelt aus - sie schwamm in diesem von Raubfischen beherrschten Meer wie ein hungriger Haifisch. Inwischen hatten wir den Rand der Siedlung erreicht. Die Strasse führte nun durch einen Eisenbaumwald, der nur noch ganz schwach ...
... silbern glänzte. Dies war vermutlich eine der letzten Generationen, die auf diesem Teil des Grundstückes wachsen würde, da die vorherigen Bäume bereits den grössten Teil des Eisens aus dem Boden gezogen hatten. Bald würden auch hier neue Häuser und sonstige Gebäude entstehen. "Dann gibt es die Frau auf dem Bild in deinem Büro also wirklich", nahm Alina das Gespräch wieder auf. "Hattest du nicht gesagt, es handle sich dabei um eine längst verstorbene Schauspielerin aus dem zwanzigsten Jahrhundert?" "Du hast Ornella Rossi überprüft?" stellte ich konsterniert fest. Der Beschützerinstinkt erwachte in mir. "Ein einfacher Hintergrundscheck", versuchte sie mich zu beschwichtigen. Sie änderte jedoch ihren unbekümmerten Tonfall, als sie meine Verärgerung sah. "Cygnus, nichts liegt mir ferner, als dir vorschreiben zu wollen, mit wem du dich abgibst. Aber ich muss sicherstellen, dass die Konkurrenz keine Venusfalle auf dich angesetzt hat." "Bitte was? Venusfalle?!" "Damit ist ein Agent gemeint, der mittels Verführung an wertvolle Informationen gelangen oder anderweitig negativen Einfluss ausüben will." Wieder der belehrende Tonfall. Aber es klang auch Sorge in ihrer Stimme mit. Zwischen uns hatte sich im letzten Monat eine aufrichtige Freundschaft entwickelt. "Und du dachtest, Ornella könnte eine solche Venusfalle sein?!" "Nein, Cygnus, natürlich nicht. Aber ich gehe nun mal auf Nummer Sicher", gab sie entschlossen zurück, fuhr dann aber sanfter fort. "Hör zu, Cygnus. ...