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Die Galamex-Saga - Teil 01
Datum: 12.04.2020, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... meinem Labor produziert, während das - ebenfalls von uns gegründete - Subunternehmen, CyCo Securities, welches von Yegor Melnyk geleitet wurde, dafür sorgte, dass keine der Eicheln in falsche Hände geriet. Ich war noch nicht dazu bereit, die Produktion der Eicheln in fremde Hände zu legen. Zudem hatte ich ernsthafte Zweifel daran, dass Yegor auch ausserhalb von Galamex 2 vertrauenswürdige Leute kannte, denen er den Schutz unseres geistigen Eigentums übertragen konnte. "Dafür sind wir noch nicht... gefestigt genug. Aufgrund der Distanzen hätten wir keine direkte Kontrolle... wie lautet die vierte Option? Ich nehme mal an, du hast dir die beste für den Schluss aufgespart." Alina nickte grinsend. Gleichzeitig verengten sich ihre Augen - ein Zeichen dafür, dass sie auf meine Reaktion gespannt war. "Wir exportieren das Eisen selbst zu den umliegenden Systemen" erklärte sie knapp, ohne weitere Ausführungen. Offensichtlich wartete sie darauf, dass ich mir die Details selbst zusammenreimte. Ich dachte angestrengt nach. Es war zwar relativ einfach, auf ankommenden Raumschiffen Frachtraum für individuelle Bestellungen, so wie wir sie derzeit ziemlich intensiv tätigten, zu bekommen. Selbiges konnte jedoch nicht bei abreisenden Schiffen gesagt werden. Da Galamex 2, zumindest bisher, lediglich Agrarprodukte (hauptsächlich Reis) exportierte, waren die exportierenden Frachter der Flotte über grosse Zeiträume hinweg verplant. Was noch an Transportkapazität übrig war, hatte sich ...
... mit hoher Wahrscheinlichkeit inzwischen bereits Glaksson gesichert. Und Glaksson würde mit absoluter Sicherheit solchen Frachtraum nicht an uns weitervermieten - oder wenn, dann nur zu horrenden Preisen, so dass schlussendlich wieder sie die Hauptverdiener an unserem Eisenexport sein würden... Dann fiel mir die logische Schlussfolgerung ein. "Du willst, dass wir ein eigenes Raumschiff kaufen?" Alina wirkte zufrieden. Ich hatte offenbar ihren kleinen 'Test' bestanden. "Dank meiner Kontakte bei der Flotte, habe ich uns die Kaufoption auf einen ausgemusterten Frachter der Delta-Klasse gesichert. Das Modell ist zwar fünfzig Jahre alt, und dessen Antimaterie-Antrieb erreicht nichteinmal ein Viertel der Höchstgeschwindigkeit der heutigen Modelle. Aber das spielt bei einem Aktionsradius von knapp 200 Lichtjahren eine untergeordnete Rolle. Mit einem solchen Monster könnten wir Glaksson mit Leichtigkeit das Wasser abgraben. Sie würden dann wohl auf ihrer zusätzlichen Frachtkapazität sitzen bleiben. Allerdings würde uns das Ding die voraussichtlichen planetaren Einnahmen nach jetzigem Produktionsstand der nächsten zwei Jahre kosten. Das heisst natürlich, dass wir bei der interstellaren Zentralbank einen Kredit beantragen müssten - was ich aber hinkriegen sollte. Zudem dürften unsere aussenplanetaren Einnahmen innert kürzester Zeit die planetaren um ein Vielfaches übertreffen. Und das Beste ist: Dieses Schiff befindet sich keine zwei Wochen Flugzeit von uns entfernt. Genug Zeit, ...