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Die Galamex-Saga - Teil 01
Datum: 12.04.2020, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... regelmässig Sonderschichten, um die nicht nachlassend wollende Anzahl an Neuankömmlingen zu bewältigen. "Commander Dysson, ich bitte sie inständig, meinen Antrag nochmals in Betracht zu ziehen", flehte ich. Es widerte mich an, ihr meine schwache Seite zu offenbaren, aber ich war inzwischen wirklich verzweifelt. "Die Arbeit am Empfang... laugt mich psychisch aus. Ich weiss nicht, wie lange ich es dort noch aushalte." "Dann schlage ich vor, dass sie den Stationsarzt aufsuchen. Er kann ihnen bei einer entsprechenden Diagnose bestimmt die richtigen Psychopharmaka verschreiben. Denn ob sie wollen oder nicht: Sie sind dazu verpflichtet, mindestens 5 Jahre in der Flotte zu dienen, um ihre kostspielige Ausbildung abzugelten. Und sie haben jetzt gerade mal ein Zehntel dieser Zeit hinter sich. Eine frühzeitige Ausmusterung aufgrund gesundheitlicher Probleme wäre... höchst problematisch für ihre Zukunft auf dem Arbeitsmarkt. Und das wollen sie doch nicht, oder?" "Nein, Commander", antwortete ich niedergeschlagen. "Hören sie, Rossi" fuhr die Stationsleiterin in einem weniger strengen Tonfall fort. "Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass die Aufgaben im Bereich der persönlichen Siedler-Betreuung kein Zuckerschlecken sind. Aber glauben sie mir: Es gibt schlimmeres als den Empfang. Zum Beispiel der Abflugbereich, oder die medizinische Betreuung auf der Oberfläche. Und sie werden ganz bestimmt nicht 5 Jahre lang im Empfang arbeiten. Sie machen ihre Arbeit dort wirklich gut. Sie ...
... sind kompetent, pflichtbewusst, vorbildlich. Früher oder später wird sich etwas ergeben, und ich verspreche ihnen, ich werde sie berücksichtigen." "Nur nicht jetzt", fügte ich traurig hinzu. Pamela Dysson lächelte verständnisvoll. "Genau, aber ich habe auch eine gute Nachricht für sie. In 3 Wochen wird Personal zur Verstärkung eintreten. Dann sollten auch die angeordneten Sonderschichten ein Ende finden." Als ich aus ihrem Büro schwebte, war mir elend zumute. So hatte ich mir mein Leben bei der Flotte vor 5 Jahren, als ich meine Ausbildung begonnen hatte, wahrlich nicht vorgestellt. Gefangen auf einer Raumstation am Arsch des Universums, im Orbit um einen trostlosen Planeten. Meine Träume von Abenteuern auf einem Forschungschiff bei der Entdeckung fremder, faszinierender neuer Welten waren endgültig zerschellt, eingeholt von der ernüchternden Wirklichkeit: Die Flotte versprach ein aufregendes Leben, lieferte den meisten jedoch nur Monotonie und Hoffnungslosigkeit. Sie war nichts anderes als eine Maschine, ein Transportlaufband um die überbevölkerte Erde zu entrümpeln, indem sie Menschen auf der Suche nach etwas Glück in entlegene Gegenden verfrachtete, wo diese entweder erbärmlich zugrunde gingen oder ein noch freudloseres Dasein fristeten als in der alten Heimat. Und ich war bloss eines der zahllosen Rädchen dieser unerbittlichen Maschine. Meine Gedanken wanderten zum jungen, bebrillten Mann zurück. Ich glaube, er war der Tropfen gewesen, der mein Fass zum ...