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Das Internat
Datum: 03.07.2021, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... auf das Wesentliche konzentrieren." „Und was... Herr Scharting? Darf ich etwas fragen?" „Ja, Hannah." „Und was ist das Wesentliche?" „Das Wesentliche ist zu erkennen, was man wirklich will, sich dann auf den Weg begeben und die Störfunktionen ausschalten. Was ist dein wesentliches Ziel?" „Mir von ihnen nicht meine Macht nehmen zu lassen." Sie leistet immer noch Widerstand. Und sie denkt noch nicht genug nach. Ich schweige etwas, dann, als sie schon wieder etwas unruhig wird, erwidere ich: „Das ist nicht dein vorrangiges Ziel. Überlege etwas, bevor du antwortest." Jetzt überlegt sie wirklich. „Ich will mich nicht brechen lassen. Ich will die Macht haben. Niemand soll über mich bestimmen dürfen." „Und hast du diese Macht? Was glaubst du, warum du hier bist?" „Jetzt in diesem Moment nicht. Ihr habt mich nackt gemacht. Ihr schlagt mich, ohne, dass ich mich wehren kann. Ich hasse sie dafür. Meine Eltern haben mich hierhergebracht, damit sie mich loswerden. Dass ich vorbereitet werde, irgend so einen Lackaffen eine Freude zu sein. Sie haben mich noch nie verstanden. Und das wird nie geschehen." „Hannah, wir vermitteln hier Wissen. Wir tun hier aber noch viel mehr. Es geht nicht darum, euch zu brechen. Aber es geht darum, euer Selbst zu entdecken, die pure Essenz eures seins. Wenn diese extrahiert ist, dann können wir euch auf alles vorbereiten. Und euch in die Lage zu versetzen, das zu sein, was ihr seid. Wenn ihr den Schritt getan habt, dann ...
... stehen euch alle Türen offen, dann liegt euch die Welt zu Füssen. Aber ihr müsst verstehen, dass dies nicht ohne Disziplin geht. Und manchmal muss man ganz tief herab, um sein wahres Selbst zu extrahieren." „Und deshalb zerstört ihr uns?" „Wir brauchen die Einzelteile, um euch stärker und fester wieder zusammen zu setzen." Ich hatte wirklich den Lehrplan verinnerlicht. Noch vor Tagen hätte ich mir einen Vogel gezeigt und die Polizei geholt. „Hannah, für die Strafe im Wald hätte ich jetzt die Nachsorge für dich gemacht. Aber du hast noch eine viel größere Verfehlung gemacht." Sie schaut zu Boden. „Schau mich an! Und sag es mir." Sie hebt den Blick, Tränen in den Augen. „Ich habe befohlen, Michelle das anzutun, wie ihr sie im Wald gefunden habt." „Wie soll ich dich nun bestrafen?" „Wie sie es wünschen, Herr Scharting. Ich werde alles ertragen." Meine Augen wandern durch den Raum. In einem Schrank hinter den Glastüren waren verschiedene Bestrafungsinstrumente. Fingerfoltern, Mausefallen, Klemmen, Paddels, verschiedene Peitschen, Unterwäsche mit Spikes... innen natürlich... „Hannah, öffne den Schrank und suche dir deine den Verfehlungen angemessene Bestrafungsart aus." Ich stehe auf, gehe zu einem hölzernen Bock, schiebe ihn in die Mitte. An den Füßen waren verschiedene Manschetten angebracht, um eine Person schön stramm drüber spannen zu können. Ich drehe mich um und sehe, wie Hannah vor mir in die Knie gegangen ist und mir mit gesenktem Kopf ...